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Auffassungsbereich im Vergleich zum Aufklärungsbereich

Aufklärungsbereich
Auffassungsbereich

Bild 1: Auffassungsbereich im Vergleich zum Aufklärungsbereich

Aufklärungsbereich
Auffassungsbereich

Bild 1: Auffassungsbereich im Vergleich zum Aufklärungsbereich

Auffassungsbereich im Vergleich zum Aufklärungsbereich

Der Bereich, in dem ein Radar ein Ziel erkennen kann, wird als Auffassungsbereich des Radars bezeichnet. Der Bereich, in dem ein Radarsignal von einem Radarwarn- oder Aufklärungsempfänger empfangen und erkannt werden kann, wird als Aufklärungsbereich bezeichnet. Beide Entfernungswerte sind situationsabhängig.

Die maximale Reichweite eines Radars und damit sein Auffassungsbereich wird durch die Radargleichung beschrieben. Die Auffassungsreichweite eines Radars hängt von seinen Parametern sowie vom Radarrückstreuquerschnitt des Ziels ab. Zur Überwindung der Freiraumdämpfung auf dem Hin- und Rückweg ist eine ausreichende Sendeenergie erforderlich.

Für den Radarwarnempfänger ist jedoch nur die einfache Ausbreitung der elektromagnetischen Wellen relevant. Daraus ergibt sich auch eine Radargleichung für eine maximale Reichweite, allerdings jetzt nur für den einen Hinweg:

(1)

  • R1-way = die Entfernung vom Radar zum Radarwarnempfänger
  • Pt = die Sendeleistung des Radars
  • Pr = die minimal detektierbare Empfangsleistung des Radarwarnempfängers
  • Gt = der Antennengewinn des Radars
  • Gr = der Antennengewinn des Radarwarnempfängers
  • λ = die Wellenlänge des Radarsenders

Wenn sich ein Radarwarnempfänger in dem Ziel befindet und nur davor warnen soll, dass ein Zugriff durch ein Radar erfolgt, genügt es, den Hauptstrahl der Radarantenne zu erfassen. Er benötigt dafür meist eine Antenne mit nur wenig Richtwirkung und einen relativ unempfindlichen, aber sehr breitbandigen Empfänger. Ein ELINT-Empfänger außerhalb der Auffassungsbereichs wird normalerweise dafür eingesetzt, um das gesamte Antennendiagramm des Radargeräts mit all seinen Nebenkeulen zu erfassen. In diesem Fall muss in der Ein-Weg-Radargleichung die durchschnittliche Stärke der Nebenkeulen anstelle des Antennengewinns der Hauptkeule der Sendeantenne verwendet werden.

Auch wenn das Bild 1 suggeriert, dass der Aufklärungsbereich doppelt so groß sein könnte, wie der Auffassungsbereich des Radars, ist das meist nicht der Fall. Die Bandbreite und somit das Rauschverhalten des Radarempfängers wird meist mit einem Optimalfilter auf den günstigsten Wert abgestimmt. Ein ELINT-Empfänger muss dagegen mit sehr viel größeren Bandbreiten hantieren und kann deswegen nicht so empfindlich abgestimmt werden wie ein Radarempfänger.