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AN/FPS-77

Beschreibung des Radargerätes; ausgewählte Taktisch-technische Daten

Bild 1: AN/FPS-77 Antennengruppe

Bild 1: AN/FPS-77 Antennengruppe

Technische Daten
Frequenzbereich: 5 450 … 5 650 MHz
(C-Band)
Pulswiederholzeit: 3 086 µs
Pulswiederholfrequenz: 324 Hz
Sendezeit (τ): 2 µs
Empfangszeit:
Totzeit:
Pulsleistung: 300 kW
Durchschnittsleistung: 200 W
angezeigte Entfernung: 200 NM (≙ 370 km)
Entfernungsauflösung: 300 m
Genauigkeit:
Öffnungswinkel: 1,68°
Trefferzahl:
Antennenumlaufzeit: 0 … 5 … 8 min-1
MTBCF:
MTTR:

AN/FPS-77

Das AN/FPS-77 war ein relativ billiges, im C-Band Wetterradar mittlerer Reichweite für eine lokale Anwendung. Es konnte noch keine Dopplerfrequenz messen. Dieses Radar war der Vorgänger des NEXRAD und verwendetete über 200 Röhren.

Die Antennengruppe enthielt einen 2,44 m großen symmetrischen Parabolreflektor, der durch ein mit J-förmiger Zuleitung angeschlossenen Hornstrahler gespeist wurde, der direkt im Brennpunkt des Reflektors montiert war. Die Antenne konnte automatisch in Seitenwinkel oder Höhenwinkel drehen und/oder schwenken, oder sie konnte manuell in eine bestimmte Richtung ausgerichtet werden um genaue Höhe und Entfernung zu messen.

Die Echosignale wurden auf dem Arbeitsplatz auf drei Sichtgeräten und zusätzlich auf einem abgesetzten Sichtgerät angezeigt. Zu den relevanten Daten, die von den drei Sichtgeräten angezeigt wurden, gehören die korrekte Entfernung, die Höhe, der Seitenwinkel und die Reflektivität. Das Video wurde auf einem Rundsichtgerät und einem mit der Erdkrümmung korrigierten Höhensichtgerät angezeigt, die beide noch mit sich drehenden Ablenkspulen arbeiteten. Ein zusätzliches A-scope mit einem Bildschirmdurchmesser von 12 cm nutzte elektrostatische Ablenkung. Die Speicherung der auf den Kathodenstrahlröhren angezeigten Information geschah fotochemisch mit einer Polaroid-Kamera.

Das Rundsichtgerät des AN/FPS-77 nutzte eine interessante, aber nicht wirklich erfolgreiche Version der Darstellung, die auch unter einer hellen Arbeitsplatzbeleichtung funktionierte. Sie verwendete eine extrem lange Nachleuchtdauer, die die Echosignale nicht als hellen Fleck, sondern als eine dunkle, lichtundurchlässigen Spur anzeigte. Die Nachleuchtdauer betrug bis zu einer Stunde. Die Bildröhre erhielt eine Hintergrundbeleuchtung, so dass die Umrisse auf dem Bildschirm als Schatten sichtbar waren. Eine Löschung des angezeigten Bildes konnte mit einer speziellen Röhrenheizung angeregt werden.

Das AN/FPS-77 wurde 1964 und die modernisierte Version AN/FPS-77(V) etwa ab 1966 ausgeliefert. Insgesamt wurden 103  dieser Wetterradargeräte gebaut.

Quelle:

Bildergalerie von AN/FPS-77

Bild 2: AN/FPS-77 Arbeitsplatz mit der Polaroid-Kamera

Bild 3: Wetterbild auf einer Bildröhre mit dunkler Spur