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Meteor 200

Beschreibung des Radargerätes; ausgewählte Taktisch-technische Daten

Bild 1: Meteor 200

Technische Daten
Frequenzbereich: 9345 – 9405 MHz
typ.: 9.375 GHz
Pulswiederholzeit:  
Pulswiederholfrequenz: 1200 Hz und 250 Hz
Sendezeit (τ): 0,5 und 3 µs
Empfangszeit:  
Totzeit:  
Pulsleistung: 200 kW
Durchschnittsleistung: 140 W
angezeigte Entfernung: 100 km
Entfernungsauflösung: 440 m
Öffnungswinkel: 1,06°
Trefferzahl:  
Antennenumlaufzeit: 4 U/min

Meteor 200

Das Meteor 200 ist ein sehr frühes Wetterradargerät im X–Band des italienischen Herstellers Selenia in Rom. Das Radargerät wurde vor 1960 gebaut und war nach Ende der 90er Jahre erfolgten Modernisierung bis etwa 2007 in Betrieb. Das Radar nutzte eine Antenne mit einem Parabolreflektor mit einem Durchmesser von 2 m und einen Hornstrahler mit horizontaler linearer Polarisation. Sie konnte sich um 360° drehen und bis 90° nach oben schwenken. Der Antennengewinn war 41 dB, die größte Nebenkeule betrug -24 dB.

Der Sender verwendet ein Magnetron, der Empfänger einen logarithmischen ZF-Verstärker. Das Sichtgerät verwendet zwei Elektronenstrahlröhren: der Hauptbildschirm kann von PPI auf RHI umgeschaltet werden. Neben dem Hauptsichtgerät ist ein kleineres A-scope eingebaut.

Meteor 200 wurde konzipiert zur Bahnverfolgung von Wetterballonen zur Messung von Windrichtungen und Windgeschwindigkeiten. Die Bildschirmeinheit hatte deswegen die Bezeichnung “Tracking Unit”. In dieser Betriebsart erreichte das Radar eine maximale Reichweite von 100 km. Es konnte aber auch als Niederschlagsradar für den Nahbereich genutzt werden, dann allerdings wegen der begrenzten Empfindlichkeit nur bis etwa 50 km. Ein kompletter 3D-Scan dauerte etwa 5 Minuten.

Ein Meteor 200 wurde Ende der 60er Jahre nahe der Universität Bonn auf dem Dach eines 7-stöckigen Hochhauses aufgebaut. Dieses Radargerät war in der Folge Gegenstand mehrerer Diplomarbeiten und mindestens einer Doktorarbeit auf dem Gebiet der Radarmeteorologie.

Bildergalerie des Meteor 200

Bild 2: Meteor 200 auf dem Dach eines Hochhauses

Bild 3: Selenia Meteor 200 RMA-1c als ein Hängeraufbau