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PRW–9 „Thin Skin A”

Beschreibung des Radargerätes; ausgewählte Taktisch-technische Daten
tschechischer PRW–9A
(click to enlarge: 330·510px = 26 kByte)

Bild 1: ein PRW 9A der Republik Tschechien auf LKW „KraZ-214” (Bildquelle: www.army.cz)

Technische Daten
Frequenzbereich: 5 - 9 GHz
Pulswiederholzeit: 1,6 - 2,5 ms
Pulswiederholfrequenz: 400 / 800 Hz
Sendezeit (τ): 1 und 1,7 µs
Empfangszeit:  
Totzeit:  
Pulsleistung: 700 kW
Durchschnittsleistung: 470 W
angezeigte Entfernung: 200 km und 300 km
Entfernungsauflösung: 1,5 km
Öffnungswinkel β:
Öffnungswinkel ε: 0,4°
Trefferzahl:  

PRW–9 „Thin Skin A”

Funkhöhenmesser der Staaten des ehemaligen Warschauer Paktes (Russische Bezeichnung: «Наклон-2»). Das Radargerät wurde eingesetzt zur Höhenwinkelmessung und Höhenberechnung in geringen, mittleren und großen Höhen über kleine bis mittlere Entfernungen. Die Höhenbestimmung erfolgte nach einer Zielzuweisung durch eine Rundblickstation, einer Automatisierten Führungs- und Leitstation (AFLS) oder „per voice“ (telefonisch) über einen Gefechtsstand.

Der PRW–9 wurde mit seinem Elektroaggregat auf zwei Hänger aufgebaut, der Sende- Empfangskabine und einem Stromversorgungshänger. Eine Fremdsynchronisation war möglich. Der PRW–9 war schnell verlegbar, er konnte innerhalb von 45 Minuten auf- oder abgebaut werden. Sein Sichtgerät (RHI-scope) mit seinen Fernbedieneinrichtungen konnte bis zu 300 m abgesetzt betrieben werden, zweckmäßigerweise als Aufsatz auf ein PPI-Scope einer Rundblickstation, oft dem abgesetzten Sichtgerät der P-15 (Nato-code „Flat Face A”). Die vertikalen Höhenwinkel wurden durch eine mechanische Schwenkung von 0° bis +20° überstrichen. Eine horizontale Rundumsuche in synchroner Drehung zu einer Rundblickstation von 0° bis 360° war in einem definierten Höhenwinkel möglich und wurde zur Aufklärung extrem tieffliegender Luftziele genutzt.

Der Messfehler in der Höhenbestimmung lag bei maximal ±100 m, im Seitenwinkel bei ±2° und in der Entfernung bei ±1000 m. Eine refraktionsabhängige Korrektur der Höhenberechnung erfolgte durch Einsatz einer Äquivalenttemperatur Täquiv als Korrekturgröße in der Formel zur Höhenbestimmung. Die Größe der Äquivalenttemperatur wurde durch automatische Messung von Temperatur und Luftdruck in Bodennähe am Standort des Radargerätes bestimmt. Aus der Äquivalenttemperatur wird ein Hilfsfaktor A berechnet, mit welchem die unkorrigierte (trigonometrische Höhe) Hunkorr zur korrigierten Höhe Hkorr umgewandelt werden konnte:

Formel (1)


mit r als durch Laufzeitmessung bestimmte Schrägentfernung,
R als dem Erdradius mit 6370 km und
ε, dem durch das Radargerät gemessenen Höhenwinkel.

Der PRW–9 besaß ein Störschutzsystem gegen aktive und passive Störungen. Die Speicherung einer Impulsperiode zur Zwischenperiodenkompensation wurde in zwei Potenzialspeicherröhren mit spiralförmiger Auslenkung vorgenommen. Eine Umschaltung zwischen drei Impulsfolgefrequenzen sowie ein weiter Bereich der manuellen oder automatischen Umstimmung (Frequenzagilität) des Senders machte dieses Radargerät relativ unempfindlich gegen aktive Störungen.

Dieser Höhenfinder wurde auch statt auf Hängern auf einem LKW vom Typ „KraZ-214” aufgebaut und dann als PRW- 9A bezeichnet.

Bild 2: Sende- Empfangskabine des PRW–9 im Deutschen Luftwaffenmuseum (Berlin-Gatow)

Bild 2: Sende- Empfangskabine des PRW–9 im Deutschen Luftwaffenmuseum (Berlin-Gatow)