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P- 12 NP „Spoon Rest B”

Beschreibung des Radargerätes; ausgewählte Taktisch-technische Daten
P-12 Sichtgeräte Block der Potenzialspeicherröhren Kohärentoszillator Kompensationsblock (Störschutzsystem) Rundsichtgerät Höhensichtgerät Goniometer Empfänger Kontrolloszilloscope (A-Scope) Bedienpult Einschaltpult Sicherungsblock für die Ventilatoren

Bild 1: Sichtgeräte der P-12 (Funkmessnummer FM 833900) (interaktives Bild)

Technische Daten
Frequenzbereich: 150 - 170 MHz (VHF-Band)
Pulswiederholzeit: 2,77 ms
Pulswiederholfrequenz: 360 Hz
Sendezeit (τ): 6 µs
Empfangszeit: 2,4 ms
Totzeit: 377 µs
Pulsleistung: 160 bis 250 kW
Durchschnittsleistung: bis 540 W
angezeigte Entfernung: 360 km
Entfernungsauflösung: 900 m
Öffnungswinkel:
Trefferzahl: > 15
Antennenumlaufzeit: 6 ... 30 s (0 ... 10 U/min)

P- 12 NP „Spoon Rest B”

In der Entwicklung von Meterwellenradargeräten brachte es die ehemalige Sowjetunion auf beachtliche Erfolge. Die Geräte in der Truppe reichten von der Anfängen der P-8 auch über die P-18 hinaus. Die P-12 NP ist eine schnell verlegbare Hängervariante des Produktionsspektrums der P-12.

Die Station hat neben dem Rundsichtgerät (rechts) auch ein Höhensichtgerät. Die Höheninformation lieferte mittels eines Phasenvergleiches zwischen beiden Antennenebenen das Goniometer, der Block mit dem grünlichen Licht zwischen den beiden Bedienpulten.

Das Goniometer erzeugte auf zwei Schleifringen eine stehende Welle der empfangenen HF-Impulse. Ein Motor bewegte den Schleifer hin und her und lieferte ebenfalls über ein Potentiometer die vertikale Ablenkspannung. An der Stelle, an der die Spannungsdifferenz beider Schleifringe den Wert Null erreichte, hatte das relativ große Zielzeichen eine Unterbrechung, die den Höhenwinkel repräsentierte. Mit einem Nomogramm auf dem Bildschirm konnte der angezeigte Höhenwinkel in eine Höhe (Toleranz = 1000 m) umgerechnet werden. Das Verfahren verringerte jedoch die maximale Reichweite der Station. Deshalb blieb das Goniometer meist ausgeschaltet.

Die Station konnte mit einem anderen Radargerät synchronisiert werden und dann beide Echos darstellen. Bei einem günstigen Abstand zueinander können zwei P-12 synchronisiert auf der gleichen Frequenz mittels Interferenz einen zusätzlichen Reichweitengewinn (allerdings auf Kosten der Vergrößerung der Fluktuation) erzielen.

Die P-12 NP (1RL 14 PIR) ist eine Weiterentwicklung der P-12 MA auf ZiL 157. Jedoch ist man später wieder auf die ZiL- Variante zurückgekommen mit der P-12 NA, die wieder auf zwei ZiL's (später Ural's mit Benzinmotor, noch später Diesel-Ural's) verlastet wurde.

Die P-12 besaß ein effektives Störschutzsystem mit zwei Potenzialspeicherröhren. Das Störschutzsystem konnte im Nahbereich anders konfiguriert werden, als im Fernbereich. Die Umschaltung erfolgte mit einem Bandimpuls (Strobe), der mittels eines Phantastrons erzeugt wurde und in der Entfernung geregelt werden konnte. Die Potenzialspeicherröhren wurden damit entweder in Reihe geschaltet für eine effektivere Unterdrückung von Festzielen, oder sie arbeiteten unabhängig voneinander, eine zur Selektion Beweglicher Ziele (SBZ) im Nahbereich, die zweite zur Unterdrückung nichtsynchroner Störimpulse (UNS) im gesamten Entfernungsbereich.

Bildergalerie von P-12
Antennenwagen der P-12 MA

Bild 2: Antennenwagen der P-12 MA „Spoon Rest A”

Bild 3: Blockschaltbild P-12 MA