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Raketenleitstation S-125 „Newa“

Beschreibung des Radargerätes; ausgewählte Taktisch-technische Daten

Bild 1: Raketenleitstation des FLA-Raketenkomplexes S-125 „Newa“ (© НПО "Алмаз")

Bild 1: Raketenleitstation des FLA-Raketenkomplexes S-125 „Newa“ (© НПО "Алмаз")

Technische Daten
Frequenzbereich: 9…9,4 GHz
Pulswiederholzeit: 288 und 560 µs
Pulswiederholfrequenz: 1,75 und 3,5 kHz
Sendezeit (τ):  
Empfangszeit:  
Totzeit:  
Pulsleistung: 210 kW
Durchschnittsleistung:  
angezeigte Entfernung: 40 und 80 km
Entfernungsauflösung: 30 m
Öffnungswinkel:
Trefferzahl:  
Antennenumlaufzeit:  

Raketenleitstation S-125 „Newa“

Mit der NATO-Bezeichnung “Low Blow” wird eine ganze Familie von Raketenleitstationen bezeichnet, welche die landgestützten Flugabwehrraketen mit der Bezeichnung SA-3 „Goa“ steuern und im I–Band arbeiten. In dem Namen Low Blow wird die Fähigkeit des Komplexes ausgedrückt, die Raketen auch gegen tieffliegende Ziele unter dem Einfluss von starken Festzielen zu steuern.

Die Sende-Empfangskabine UNW nutzt ein Paar senkrecht zueinander stehende elektromechanisch gesteuerte Antennen (sogenannte Lewis scanner), deren lineare Polarisationsebene um 45° gedreht sind und so ein auf dem Kopf stehendes V bilden. Diese Polarisation soll in der Radarsignalverarbeitung die Größe der Echosignale von Festzielen verringern. Es werden Fächerdiagramme gebildet, die eine Breite von 6° in der Übersicht und eine Breite von 1° in der Messebene haben. Zwischen beiden Sendeantennen befindet sich eine Empfangsantenne (UW-10) mit extrem schmalem Empfangsdiagramm als Lobe on Receive Only (LORO) Antenne für die Zielbegleitung. Wenn die Kanäle des Suchmodes ein Ziel aufgefasst haben, dann wird in den Zielbegleitmode umgeschaltet, der diese Empfangsantenne nutzt.

Das System ist standardmäßig mit einer hochauflösenden Fernsehkamera mit einem 144 mm Objektiv ausgestattet, deren Infrarotempfindlichkeit ein Arbeiten auch bei Nacht unter Restlichtbedingungen ermöglicht.

Mehr: www.peters-ada.de

Der „Lobe on Receive Only“ (LORO) Mode

Während der Zielsuche muss ein Radar mit einem schmalem Antennendiagramm einen größeren Sektor abtasten. Die Sendeantenne (UW-11) sendet mehrere Impulse in eine Richtung, die durch den Zielsuchkanal des Radars vorgegeben werden. Der durch einen Motor gesteuerte Strahler in der Antenne (ein sogenannter Lewis Scanner) schwenkt das Antennendiagramm in die vorgesehenen Richtungen. Auf diesem Weg wird auch das Empfangssignal für die Zielsuche gebildet.

Wenn der reflektierte Impuls empfangen wird, wird im Begleitkanal nur dessen Anstiegsflanke für die Signalverarbeitung genutzt. Beide unterschiedlich polarisierten Empfangskanäle der Empfangsantenne (UW-10) empfangen nur die Signale aus einem sehr viel schmaleren Antennendiagramm. Nur in dem Moment, wenn die Diagramme der Sendeantennen die gleiche Richtung überstreichen, dann empfängt auch diese Empfangsantenne das reflektierte Signal des Zieles, das heißt: nur wenn die breiteren Sendediagramme das Ziel auch ausleuchten, dann kann die Empfangsantenne mit dem schmaleren Diagramm auch empfangen. Durch die Beschränkung auf die Anstiegsflanke kann eine viel genauere Winkelbestimmung vorgenommen werden. Das Antennensystem kann somit während der Zielbegleitung sehr viel genauer den Manövern des Zieles nachgeführt werden. Das Winkelauflösungsvermögen ist allerdings noch genauso groß, wie das der Empfangsantenne.