www.radartutorial.eu www.radartutorial.eu Radargerätekartei - Radarmuseum

Beschreibung des Radargerätes; ausgewählte Taktisch-technische Daten
MPR

Bild 1: Antenne des MPR

Technische Daten
Frequenzbereich: E/F-Band
Pulswiederholzeit: 4 ms
Pulswiederholfrequenz: 250 Hz
Sendezeit (τ): 4 µs
Empfangszeit: 3132 µs
Totzeit: 800 µs
Pulsleistung: bis 20 MW
Durchschnittsleistung: bis 40 kW
angezeigte Entfernung: 480 km
Entfernungsauflösung: 600 m
Öffnungswinkel: 0,42°
Trefferzahl: 3
Antennenumlaufzeit: 10 s

MPR

Medium Power Radar
(Aufbau: 1969 - 1973)

Hersteller: Thomson CSF
(Frankreich) unter Verwendung von Baugruppen von AEG Telefunken und Siemens

1979 wurde ein Digitales Störschutzsystem und ein Radom nachgerüstet. 1982 erfolgte ein Austausch der Wanderfeldröhre gegen solid-state HF- Vorverstärker.

Das MPR ist ein ortsfestes Radargerät. Die einzelnen Komponenten sind in einem mehrstöckigen Gebäude untergebracht. Alle sechs, in Deutschland installierten Geräte sind identisch aufgebaut und wurden in der Zweisenderausführung beschafft und eingeführt.

Ein gepulstes Hochleistungsklystron erzeugt im E/F-Band eine maximale Ausgangsleistung von 20 MW. Diese Senderendstufe wird von einem Carcinotron über zwei Verstärkerstufen angesteuert.

Der Sendeimpuls wird in der Antenne auf 34 Feedhörner aufgeteilt und abgestrahlt. In jedem der 34 Feedhörner befindet sich ein Polarizer. Dieser ermöglicht eine lineare, rechts- oder linkszirkulare Abstrahlung der Sendeenergie. Im Sendefall wird ein Cosecans²- Diagramm abgestrahlt, während beim Empfang jeweils mehrere Wege zusammengefasst werden und ein, im Höhenwinkel gestaffeltes Diagramm, bestehend aus 12 Keulen, gebildet wird. Die Summe der 12 Keulen ergibt ebenfalls ein Cosecans² - Diagramm. Auf diese Weise gewinnt man neben den Azimut- und Entfernungsdaten noch eine zusätzliche Höhenwinkelinformation, die man aus den 12 unabhängigen Beamdaten bildet.

Über Duplexer, HF- Vorverstärker und 1. Mixer wird die 1. ZF von 150 MHz und anschliessend auf die 2. ZF von 30 MHz herabgemischt. Nur die unteren 4 Kanäle sind mit rauscharmen HF- Vorverstärkern ausgerüstet. Eine Niederleistungsdrehkupplung überträgt das ZF- Signal vom Antennenbereich zum Empfänger. Als Störschutz - Massnahme findet in der ZF- Ebene das Dicke- Fix- Prinzip Anwendung.

Ein 13.Kanal (SLB) dient der Unterdrückung von unerwünschten Nebenkeulenechos.

Im Empfänger wird auf zwei parallelen Signalwegen gearbeitet, dem entstörten Schaltkanal (CFAR- Weg) und dem amplitudengetreuen Signalkanal (Log- Weg).

Nach einer Analog/ Digital- Umsetzung erfolgt die Zieldatenübertragung zur zielverarbeitenden Stelle.

MPR