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AN/TPS-43

Beschreibung des Radargerätes; ausgewählte Taktisch-technische Daten

Bild 1: Antenne des AN/TPS-43

Technische Daten
Frequenzbereich: 2900 - 3100 MHz
Pulswiederholzeit: 4 ms
Pulswiederholfrequenz: 250 Hz
Sendezeit (τ): 6,5µs
Empfangszeit:  
Totzeit:  
Pulsleistung: 2,8 MW
Durchschnittsleistung: 6,7 kW
angezeigte Entfernung: 450 km
Entfernungsauflösung:  
Öffnungswinkel: 1,1°
Trefferzahl:  
Antennenumlaufzeit: 10 s (6 U/min)

AN/TPS-43

Das AN/TPS-43 war ein transportables 3D-Radargerät, welches zwei Jahrzehnte lang als einziges, taktisches Langstrecken-Radarsystem der US Air Force diente. Es bestand aus zwei (z.B. auf LKW) verladbaren Komponenten: Die Radarantenne, welche für Transportzwecke vollständig eingeklappt werden konnte, sowie einem Shelter, in dem Sende-, Empfangs- und Auswertetechnik untergebracht waren. Die Antenne wurde über einen flexiblen Hohlleiter mit der Sendeendstufe im Shelter verbunden.

Der Antennengewinn beträgt 37 dB. Die Antennencharakteristik hat die Form eines Stacked-Beam-Cosecans²- Diagramms. Der Sendepuls wird in Form eines Cosecans²- Diagramms abgestrahlt, der Empfang geschieht über 6 im Höhenwinkel gestaffelte Empfangskanäle (sog. Keulen bzw. Beams), die in ihrer Summe wieder das Cosecans²- Diagramm abdecken. Dadurch kann neben Azimut und Entfernung auch die Elevation (Höhe) eines Flugobjektes bestimmt werden. Ein weiterer, 7. Empfangskanal dient der Nebenkeulenunterdrückung (SLB).

Ein gepulstes Twystron (eine hybride Endstufenröhre, welche eine Wanderfeldröhre (TWT) und ein Klystron vereinigt) erzeugt im S-Band eine maximale Ausgangsleistung von 2,8 MW.

Das AN/TPS-43 besitzt diverse EPM-Funktionen. Neben der Möglichkeit des Frequenzwechsels kann das Gerät mit einer sog. Staggered PRF - mit einer von Puls zu Puls willkürlich wechselnden Pulswiederholfrequenz - betrieben werden. Des weiteren kann mit Hilfe einer JATS genannten Einrichtung die am wenigsten gestörte Frequenz ausgemessen werden, welche dann für die nächste PRT als Sende-/Empfangsfrequenz ausgewählt wird.

Die amerikanischen Streitkräfte modifizierten viele AN/TPS-43 zum AN/TPS-75, indem sie die Cosecans²- Antenne gegen eine Phased Array Antenne austauschten, diese Modifikation wurde bei den Geräten des Bundeswehr-Bestandes aber nicht durchgeführt. Trotzdem erfreut sich das AN/TPS-43 weiterhin grosser Beliebtheit. So haben die argentinischen Streitkräfte als Konsequenz aus den Ereignissen des 11. September 2001 ein AN/TPS-43E in Posadas (Misiones) aufgestellt, um illegale Flugbewegungen zu entdecken.

Autor dieser Seite: OF d.R. Stephan Roth