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RUS-1

Beschreibung des Radargerätes; ausgewählte Taktisch-technische Daten

Bild 1: RUS-1, Empfängerstellung

Bild 1: RUS-1, Empfängerstellung

Technische Daten
Frequenzbereich: 75 … 83 MHz
(HF-Band)
Pulswiederholzeit:
Pulswiederholfrequenz:
Sendezeit (τ):
Empfangszeit:
Totzeit:
Pulsleistung:
Durchschnittsleistung: 300 W
angezeigte Entfernung: 35 … 50 km
Entfernungsauflösung:
Genauigkeit:
Öffnungswinkel: 60°
Trefferzahl:
Antennenumlaufzeit:
MTBCF:
MTTR:

RUS-1

RUS-1 (Abk.: Radio Ulavlitel Samoljotov, Kyr.: РадиоУлавливатель Самолетов, etwa: „Radio-Flugzeugfänger“), auch als „Reven“ («Ревень») bezeichnet, war der erste Truppenversuch der Armee der ehemaligen Sowjetunion, mittels elektromagnetischer Wellen Flugzeuge zu orten. Es wurde entwickelt vom Wissenschaftlichen Forschungs- und Testinstitut für Kommunikation der Roten Armee. (Kyr.: Научный исследовательско испытательный институт связи Красной Армии). Hersteller war das Laboratorium für elektrophysikalische Messungen (Kyrillic: Лаборатория Электрофизических Измерений, ЛЭФИ) in Minsk.

Im Jahr 1938 konnten die sowjetischen Techniker das erste Radar einsatzbereit an die Truppe übergeben. Bis 1940 wurden insgesamt 45 Geräte an die Truppe übergeben. Die erste Feuerprobe bestand das Radar an der Finnischen Front im Winter 1939/40.

RUS-1 war ein einfaches bistatisches Dauerstrichradar, das ähnlich aufgebaut war wie bei den Versuchen von Albert Taylor und Leo Young vom Naval Research Laboratory in USA im Jahre 1922. Funktional arbeitet es wie ein Barriereradar. RUS-1 bestand aus einer Senderstellung und links und recht davon je eine Empfängerstellung in einem Abstand von etwa 30 … 40 km. Im Empfänger wurden die kontinuierlich ausgesendeten Signale des Senders über eine Nebenkeule der Antenne empfangen. Wenn irgendein zusätzliches reflektierendes Objekt in den Bereich vor diese Linie einflog, dann änderte sich das empfangene Signal markant. RUS-1 konnte so natürlich keine Koordinaten messen und auch nicht feststellen, ob da ein oder mehrere Flugzeuge anflogen. Es konnte nur feststellen, dass da ein Anflug stattfindet. RUS-1 konnte so einen Korridor von bis zu 70 km Breite überwachen.

Bildergalerie von RUS-1

Bild 2: Senderstellung vom RUS-1