www.radartutorial.eu www.radartutorial.eu Radargerätekartei - Flugsicherungsradar

Beschreibung des Radargerätes; ausgewählte Taktisch-technische Daten

Bild 1: ASR-2000 Airport Surveillance Radar

Bild 1: ASR-2000 Airport Surveillance Radar

Technische Daten
Frequenzbereich: 2,7 … 2,9 GHz (S–Band)
Pulswiederholzeit: zwischen ca. 0,9 und 1,1 ms
Pulswiederholfrequenz: um 1000 Hz
Sendezeit (τ): 0,8 µs / 60 oder 80 µs
Empfangszeit:  
Totzeit:  
Pulsleistung: 1,5 MW
Durchschnittsleistung:  
angezeigte Entfernung: 60 oder 80 nmi
Entfernungsauflösung:  
Öffnungswinkel: ca. 1,5°
Trefferzahl:  
Antennenumlaufzeit: 15 U/min

Anflugradar ASR 2000

Das Anflugradar ASR-2000 ist ein sehr kostengünstiges Luftraumaufklärungsradar für die Flugsicherung, welches den Fluglotsen die aktuellen Positionen der Flugzeuge in der Kontrollzone des Flugplatzes und innerhalb eines Radius' von 111 bis (optional) 148 km um die Radarstellung herum bereitstellt. Die ASR-2000 wurde als Nachfolgemodell für die bis dahin verwendeten Flugsicherungsradargeräte zum Beispiel vom Typ ASR-8 entwickelt, die noch einen Sender mit LeistungsKlystron enthielten. Die ASR-2000 verwendet dagegen einen ursprünglich von ITT-Gilfillan entwickelten modularen Halbleitersender, bei welchem der Ausfall einzelner Module nicht zum Totalausfall führt. Die Impulsleistung kann je nach Anzahl der verwendeten Module von 8 über 16 bis zu 32 kW bei einem Tastverhältnis von normal 6% bis maximal 11% betragen. Die Hochfrequenzerzeugung (in der Baugruppe Exciter) geschieht mittels digitalem Synthesizer und kann bis zu einer Genauigkeit von ±1 kHz durch die Software gesteuert werden. Die gesamte Systemarchitektur beruht auf modernen COTS- Baugruppen mit guter Verfügbarkeit und hohem Leistungsvermögen. Die Baugruppen sind alle als leicht auswechselbare Module konstruiert. Dies bietet beste Bedingungen für Wartung und Ausbildung bei gleichzeitig geringen Unterhaltskosten.

Die beiden redundanten Racks mit den Empfängern und dem Radarsignalprozessor wurden vollständig durch Thomson-CSF entwickelt. Die Empfänger bieten einen sehr große Dynamik mit einer digitalen Pulskompression und anpassungsfähiger Selektion beweglicher Ziele. Ein separater Wetterkanal zur Anzeige von Niederschlagsgebieten steht zur Verfügung. Der Dynamikbereich ist größer als 65 dB, die Pulskompressionsrate beträgt 18.75 dB. Ein linearer und ein logarithmischer Zwischenfrequenzvertärker arbeiten parallel zueinander. Die Fähigkeit der Selektion von Zielen aus dem Störspektrum (Subclutter Visibility) beträgt 57 dB.

Die Antenne besteht aus einem Parabolspiegel mit einem cosec²- Diagramm. Die Nebenkeulen der Antenne haben einen maximalen Wert von –28 dB. Die Antenne wird mit zwei Hornstrahlern gespeist, die ein High and Low Beam Diagramm bilden. Der Antennengewinn über den High-Beam Hornstrahler beträgt 32 dB;, über den Low-Beam Hornstrahler 32 dB;. Die Polarisation kann zwischen linear vertikal und zirkular umgeschaltet werden. Eine LVA-Antenne für ein Sekundärradar ist über der Primärradarantenne angeordnet. Die ASR-2000 erfüllt die Anforderungen der ICAO für ATC-Radargeräte.

Sehr große Flugplätze, wie zum Beispiel der Flugplatz München verwendet zwei dieser Radargeräte. Eine ASR-2000 befindet sich nördlich und eine ASR-2000 südlich des Flughafens. Kleinere Flugplätze, wie zum Beispiel der Flugplatz Nürnberg verwenden nur eine ASR-2000 nördlich des Flugplatzes.