www.radartutorial.eu www.radartutorial.eu Radargerätekartei - Flugsicherungsradar

Beschreibung des Radargerätes; ausgewählte Taktisch-technische Daten

Bild 1: Primäraufklärungsradar RL-2000, aufgestockt mit ELDIS MSSR-1 Monopuls-Sekundärradar (Mit freundlicher Genehmigung von ELDIS, © 2008 ELDIS Pardubice)

Bild 1: Primäraufklärungsradar RL-2000, aufgestockt mit ELDIS MSSR-1 Monopuls-Sekundärradar, (Mit freundlicher Genehmigung von ELDIS, © 2008 ELDIS Pardubice)

Technische Daten
Frequenzbereich: 2700 - 2900 MHz (S-Band)
Pulswiederholzeit: staggered
Pulswiederholfrequenz:  
Sendezeit (τ): zwei mal( 1 µs und 45 µs)
(Frequenzdiversity)
Empfangszeit:  
Totzeit:  
Pulsleistung: 14 kW
Durchschnittsleistung: 2 bis 2,6 kW
angezeigte Entfernung: 60 oder 80 NM
Entfernungsauflösung: 230 m
Öffnungswinkel:  
Trefferzahl: Monopulsradar
Antennenumlaufzeit:  

RL-2000/GCI

Das RL-2000/GCI ist die neueste Generation eines Primärradars für die Nutzung als Flugsicherungsradar für die Kontrolle der Flugbewegungen innerhalb der Anflugkontrollzone eines Flugplatzes. Das System profitierte aus langjährigen Erfahrungen bei der Konstruktion von zivilen und militärischen Radargeräten in der Tschechischen Republik. Es erfüllt (oder übererfüllt) die Empfehlungen und Standards der ICAO und EUROCONTROL. Es ist ein vollständig auf Halbleiterbasis aufgebautes redundantes System mit modularen Senderverstärkerstufen und geringen Wartungskosten.

Das Radar bietet eine hohe Stabilität in der Arbeit und nutzt ein leistungsfähiges Störschutzsystem um eine exzellente Zielerfassung bis maximal 80 NM (148 km) zu sichern ohne dabei Falschziele zu generieren. Die Konfiguration des RL-2000/GCI enthält einen integrierten Wetterkanal für die Beobachtung von für den Flugverkehr gefährlichen Wettererscheinungen im Kontrollraum.

Die Basiskonfiguration kann erweitert werden mit dem Monopuls Sekundärradar im Mode S vom Typ MSSR-1. Diese Erweiterung bietet eine integrale Systemlösung für das Management in der Terminal Control Area (TMA).

Das Radarsystem schließt zwei parallele Signalkanäle ein, von denen eines als Reserve bereitsteht und sofort bei Ausfall eines Systems automatisch in Betrieb genommen wird. Die Radardaten am Ausgang werden standardmäßig im ASTERIX Format bereitgestellt, jedoch können auf Anfrage auch andere Datenformate implementiert werden. Die Kosten für Wartung und Reparatur sind auf ein Minimum reduziert, eine ausgefeilte ferngesteuerte Bedienung und Kontrolle ermöglicht eine unbemannte Nutzung.

Antenne

Die Antenne ist ein doppelt gewölbter Ausschnitt aus einem Parabolspiegel mit am unteren Teil zusätzlich speziell verformter Geometrie zur Erzeugung eines Cosecans²-Diagramms. Das Antennensystem kann mit linearer oder zirkularer Polarisation, mit deren schneller Umschaltmöglichkeit über das Kontroll- und Monitorsystem schnell und effektiv gegen Wetterclutter vorgegangen werden kann.

Sender

Der Sender ist ein luftgekühlter modular aufgebauter Block auf Halbleiterbasis. Er ist aus 2·16 unabhängigen Verstärkermodulen aufgebaut und arbeitet über das gesamte Frequenzband und in sowohl kurzen als auch mit langen Sendeimpulsen in dem Modus Frequenzdiversity. Er ist fehlertolerant gestaltet und ein Baugruppenwechsel kann ohne Spannungsabschaltung während der Arbeit des Systems vorgenommen werden.

HF-Generator

Der HF-Generator ist ein digitaler Frequenzsynthesizer, der ein optimales Verhältnis zwischen kurzen und langen Sendeimpulsen bereitstellt. Alle, auch die intrapulsmodulierten Sendeimpulse werden durch die Software bestimmt, einschließlich der Frequenzdiversity und der Kontrolle der gestaggerten Pulsfolgefrequenzen.

Empfänger

Der Empfänger ist ein digitaler Superheterodynempfänger mit dreifacher Abwärtsmischung. Ein großer Dynamikbereich wird durch die direkte Analog/Digital Umwandlung schon auf Zwischenfrequenzebene erreicht. Der Empfänger bietet eine komplette digitale Signalverarbeitung, mit kalibrierter automatischer Verstärkungsregelung, Der Empfänger enthält ein BITE-System, welches die Empfängerkennwerte einschließlich der Rauschzahl ständig überprüft.

Signalprozessor

Der Signalprozessor besteht im Kern aus einem 32-Bit Prozessor mit einer hohen Rechenleistung in Echtzeitverarbeitung, deren Routinen in der Programmiersprache “C” geschrieben ist. Das garantiert eine effektive Lösung für die angepasste Moving-Target-Detection. Der Signalprozessor übernimmt auch die digitale Pulskompression im Verhältnis 1 zu 100, die Dopplersignalverarbeitung in einer Dopplerfilterbank, eine konstante Falschalarmrate (CFAR) sowie die automatische Zielerkennung und automatische Zielverfolgung. In die CFAR- Schwellwerte gehen auch Clutterinformationen über mehrere Umdrehungen hinweg (scan-to-scan) sowie Informationen aus dem Wetterkanal mit ein.

Control and Monitoring System (CMS)

Jede Systembaugruppe ist mit einem unabhängigen BITE-System ausgestattet um eine automatische Umkonfiguration bei auftretenden Fehlern zu ermöglichen, was eine gute Leistungsfähigkeit des Radars garantiert. Das CMS besteht aus zwei Teilen: dem lokalen Kontroll- und Anzeigesystem (LCMS) sowie dem Kontroll- und Anzeigesystem in den abgesetzten Punkten (RCMS), die über eine Fernsteuerung das System vom Anflugkontrollraum oder von Tower aus bedient.

Beide Systeme kommunizieren über Leitungen, die zum Beispiel durch ein LAN-Glasfaserkabel realisiert werden können und haben prinzipiell beide die gleichen Steuermöglichkeiten. Das CMS zeigt kontinuierlich den Status der Betriebsbereitschaft an und erlaubt dem Bediener oder dem Wartungspersonal eine Feineinstellung der Parameter des Radars. Es nutzt ein bedienerfreundliches grafisches Display welches gleichzeitig die Luftlage und die Statusinformationen anzeigen kann.