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AN/TPS-70

Beschreibung des Radargerätes; ausgewählte Taktisch-technische Daten

Bild 1: Eine AN/TPS-70 Stellung

Bild 1: Eine AN/TPS-70 Stellung

Technische Daten
Frequenzbereich: 2 900 − 3 000 MHz
Pulswiederholzeit:  
Pulswiederholfrequenz: 250 − 275 Hz
Sendezeit (τ): 6,5 µs
Empfangszeit:  
Totzeit:  
Pulsleistung: 3,5 MW
Durchschnittsleistung: 6,2 kW
angezeigte Entfernung: 450 km
Entfernungsauflösung:  
Öffnungswinkel: 1,5º
Trefferzahl:  
Antennenumlaufzeit: 6 U/min

AN/TPS-70

Das AN/TPS-70 ist ein mobiles 3D phased array radar, das im S–Band arbeitet. Es kann Ziele bei unterschiedlichen Umgebungseinflüssen bis in eine Entfernung von 450 km orten. Es ist ein Nachfolger des AN/TPS-43.

Das Radar kann sowohl einen analogen Bildschirm mit Rohdaten, als auch einen synthetischen Bildschirm mit digitalen Daten (Tracks) darstellen. Die prozessorgesteuerte Radardatenverarbeitung beinhaltet die Erfassung von Rohdaten und digital verarbeiteten Daten von verschiedenen Radargeräten, ein Filter für Festzielunterdrückung sowie verschiedene Filter für Ziele (Tracks). Das taktische Radar AN/TPS-70 bietet Zuverlässigkeit, Empfindlichkeit und Genauigkeit, selbst unter Bedingungen einer komplizierten Störlage und starker Festzielechos.

Der Sendeimpuls ist intrapulsmoduliert und nutzt dabei die Quadraturphasenumtastung. Somit können auch Ziele innerhalb des 6,5 µs langen Sendeimpulses lokalisiert werden.

Die Antenne ist eine 5,5 m breite und 2,54 m hohe Fläche. Sie besteht aus 36 waagerechten Hohlleitern mit je 98 Schlitzstrahlern. Die seriell gespeisten Antennengruppen werden verknüpft und bilden im Empfangsteil der Antenne sechs verschiedene schmale Antennendiagramme gleichzeitig mit einer -3dB Breite im Höhenwinkel von 2,3° bis 6°. Der Sendeimpuls wird von der oberen Antennenhälfte über den gesamten Höhenwinkelbereich von 0° bis 20° abgestrahlt. Damit wird eine Zielhöhenberecchnung bei gleichzeitig hoher Beleuchtungszeit und Trefferzahl gesichert, was eine optimale Festzielunterdrückung und Zielerkennung unterstützt.

Das AN/TPS-70 bietet eine automatisierte Schnittstelle für digitalisierte Radardaten sowohl im Plot- als auch Trackformat. Der Plotextraktor erzeugt neben der Zielerkennung auch eine Karte der Festziele decodiert die Antworten der Freund-/Feind- Kennung, korreliiert diese mit den Primärradardaten und filtert Störungen aus. Für jedes Ziel wird ein Bericht erstellt und an die mit dem Radar verbundenen Gefechtsstände gesendet. Der Plotextraktor kann bis zu 500 Ziele automatisch erfassen und begleiten. Zu jedem Ziel werden Zusatzinformationen wie Identifizierung, Kurs und Geschwindigkeit sowie Angaben über die Echosignalstärke beigefügt.

Die gesamte Systemsteuerung wird über einen Touch-Screen ausgeführt. Über 100 Menüs ermöglichen eine Benutzerfreundliche Bedienung und können sämtliche Einstellungen des Radargerätes vornehmen. Kritische Situationen und Fehlermeldungen werden dem Bediener angezeigt. Jedes Radar ist mit zwei solcher Bildschirme ausgestattet: Ein Bildschirm befindet sich über dem Funkorter- Arbeitsplatz, ein weiterer an der Rückseite des Shelters für Wartungszwecke.

Das System besteht aus der Hauptantenne mit der am oberen Ende befestigten IFF-Antenne sowie dem Shelter mit der Elektronik und dem Funkorter- Arbeitsplatz. Für den leichteren Transport können beide Elemente getrennt auf LKW, Flugzeug oder Hubschrauber verlastet werden.