Verluste im Radargerät
| Verlustfaktor | Symbol | typischer Wert |
|---|---|---|
| Athmosphärische Verluste | La | 1.2 dB |
| Antennenabtastverluste | Lant | 1.3 dB |
| Bandbreitenverluste | LB | 1.2 dB |
| Filter matching Verluste | Ln | 0.8 dB |
| Fluktuationsverluste (für eine Pd=0,9) | Lf | 8.4 dB |
| Integrationsverluste | Li | 3.2 dB |
| Miscellaneous signal-processing loss | Lx | 3.0 dB |
| Leitungsverluste (Empfänger) | Lr | 1.0 dB |
| Leitungsverluste (Sender) | Lt | 1.0 dB |
| Gesamtverluste (Summe) | Lges | 21.1 dB |
Tabelle 1: Liste der möglichen Verluste
In jedem Radargerät muss mit Verlusten in der Signalverarbeitung gerechnet werden. Teile dieser Verluste sind vermeidbar oder lassen sich in einem optimal abgestimmten Radargerät auf ein Minimum reduzieren. Andere Verluste sind dagegen leider unvermeidbar bzw. durch Entwicklungs- und Wartungspersonal nicht beeinflussbar.
Die in der Tabelle als Lges genannten 21,1 dB sind allerdings eine sehr pessimistische Zahl. In der Praxis kann dieser Wert auf 11 bis 15 dB sinken.
Athmosphärische Verluste
In dem Begriff Athmosphärische Verluste< sind alle athmosphärischen Dämpfungsverluste auf dem Weg zum Ziel und zurück zusammengefasst. Sie bestehen aus einer athmosphärischen Grunddämpfung La und einer stark wetter- und frequenzabhängigen Zusatzdämpfung Lw durch Nebel oder Regen. Diese bei Nebel oder Regen auftretenden frequenzabhängige Wetterdämpfung kann bei Frequenzen unterhalb von 3 GHz aber praktisch vernachlässigt werden.
Antennenabtastverluste
Die Antennenabtastverluste entstehen dadurch, dass die innerhalb der 3 dB- Strahlbreite empfangenen n Echoamplituden des Zieles mit dem Antennendiagramm der Antenne moduliert sind. Für Radargeräte, die mit einer sehr geringen Trefferzahl m arbeiten, kann Lant erheblich größer werden als der hier angegebene Wert.
Bandbreitenverluste
Ein Bandbreitenverlust entsteht durch Fehlanpassungen in der ZF-Bandbreite. Um steilere Impulsflanken und somit eine bessere Entfernungsauflösung zu erzielen, werden Radarempfänger mit nicht optimalem Zeit/Bandbreitenprodukt verwendet, die dann aber das Verhältnis von Nutzsignal und Rauschen negativ beeinflussen.
Fluktuationsverluste
Ursache dieser Verluste sind extreme Schwankungen der effektiven Rückstrahlfläche abhängig von Frequenz und Beobachtungswinkel.
Die Fluktuationsverluste wurden von Peter Swerling in vier definierte Modellfälle klassifiziert.
Integrationsverluste
Integrationsverluste entstehen dadurch, dass die empfangene Gesamtenergie sich auf n Impulse (Trefferzahl!) ungleichmäßig aufteilt. Bei der Weiterverarbeitung können die Anteile, die sich dem Rauschpegel annähern, nicht mehr berücksichtigt werden.
Leitungsverluste
In die Leitungsverluste des Senders Lt und des Empfängers Lr gehen auch die Verluste durch radarspezifische Baugruppen wie Diplexer und Sende-Empfangsweiche (Duplexer) ein.