www.radartutorial.eu Grundlagen der Radartechnik

Einspielen von Falschzielen

Impulsantwortstörungen aus 135°
Bild 1: Bildschirm mit Impulstörungen

Bei dieser Störart wird im Empfänger des Radargerätes eine möglichst große Anzahl von Scheinzielen durch das Aussenden kurzer Impulse vorgetäuscht.

Im Bild erscheinen im Seitenwinkel 135° sieben Zielzeichen hintereinander, die offensichtlich eine Impulsantwortstörung sind, da sie z.B. breiter sind, als es das eigene Antennendiagramm erwarten lässt.

Solche Impulsantwortstörungen werden durch gezieltes Verändern der Impulsfolgefrequenz demaskiert.

Bei Radargeräten mit automatischer Zielerkennung (Plotextractor) kann der Prozessrechner schnell an die Grenze seiner Kapazität gelangen. Zum Beispiel kann die ST 68U nur bis zu 128 Zielzeichen automatisch verarbeiten, von denen wiederum nur 32 Ziele dann als echte Zielzeichen erkannt und automatisch gemeldet und begleitet werden.

Wird aber dieser Verarbeitungskanal durch eine Vielzahl von Scheinzielen übersteuert, so gehen einige echte Zielzeichen verloren oder der Prozessrechner schafft es nicht mehr, alle Ziele zu korrelieren.
 

SBZ + UNS bis 100 km
Bild 2: Bildschirm mit eingeschaltetem Störschutzsystem

Wenn die Störschutzapparatur oder der Plotextractor alle diese Störungen herausfiltert, geht aber auch die gewiss interressante Information verloren, dass da ein Störversuch vorgenommen wurde, warum also einige Zielzeichen verschwunden sind oder warum einige Ziele nicht korreliert werden.

Deshalb wird in den meisten Radargeräten der Seitenwinkel, aus welchem die Störung erfolgt, mit einem „Strobe” gekennzeichnet. Dieser „Strobe” kann eine Marke, ähnlich einer Azimutmarke sein (bei einem digitalen Monitor auch in einer auffallenden Farbe), oder aber am Bildschirmrand eines PPI- scopes wird ein wenige Kilometer breiter Streifen mit den originalen Störsignalen belassen.