www.radartutorial.eu Grundlagen der Radartechnik

Maskierung vorhandener echter Ziele

Rauschstörungen aus 210°
Bild 1: Rauschstörungen aus 210° auf dem Sichtgerät eines Radars (VHF-Bereich)

Aktive Störung

In diesem Fall wird der im Gerät vorhandene Signal/Rauschabstand durch die Aufnahme zusätzlicher Rauschenergie verschlechtert. Da ein Ansteigen des Rauschens bei konstanter Signalleistung ein Absenken der Entdeckungswahrscheinlichkeit und ein starkes Ansteigen der Falschalarmrate bewirkt, wird die Zielentdeckung stark behindert. Bei starken Störungen werden vorhandene Ziele völlig maskiert.

Diese Art der Störung wird verursacht durch Rauschsender des Gegners, die entweder auf der Radarfrequenz (Spot Jamming) oder breitbandig im Radarband (Barrage Jamming) arbeitet. Eine Abart ist der über das Band gewobbelte Rauschstörer (Swept Jammer)

Aktive Rauschstörungen können so stark sein, dass sie den Empfängereingang des Radargerätes übersteuern. Weil an Empfängeausgang nun keine Impulse mehr auftreten, sondern ein hoher Gleichspannungspegel anliegt, wird der gestörte Sektor nicht aufgehellt, sondern dunkelgetastet.

Passive Störung

Ein passives Störmittel, das auf Grund seiner Eigenreflexion rauschähnliche Clutter hervorruft, sind die aus dem 2. Weltkrieg bekannten Düppel (Chaff).

Zwei verschiedene Düppelarten in ihren Behältern
Foto: US Navy Naval Research Laboratory
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Bild 2: RR-129 und RR-144: zwei verschiedene Düppelarten in ihren Behältern

Dazu werden durch Abstimmung auf die Wellenlänge des Radargerätes stark reflektierende Materialien (Staniolstreifen oder metallisch bedampfte Glasfasern) in die Atmosphäre eingebracht, die für elektromagnetische Wellen undurchdringliche dichte Wolken erzeugen. Diese Materialien sind sehr leicht und halten sich z.B. durch Thermik ziemlich lange in der Atmosphäre.

Durch spezielle Schaltungsmaßnahmen, ECCM-Fixes, (von: Electronic Counter-Counter Measures), werden neuerdings auch EPM genannt (von: Electronic Protection Measures), lassen sich aber Verbesserungen erreichen. Gegen Düppel kann in einem Dopplerradar der Geschwindigkeitsunterschied zwischen Flugzeug und Düppelwolke als Kriterium benutzt werden. Es lässt sich dann eine „Sub Chaff Visibility”, also ein Faktor für die Wirksamkeit der Störschutzapparatur definieren.