Mode S Abfragen
Ältere Sekundärradargeräte haben meist eine typische Abfragefolge im Mode A gefolgt vom Mode C und/oder anderen Modi. Diese Folge wird ständig wiederholt um sicher zu sein, dass auch alle Flugzeuge, die sich aktuell im Bereich der Abstrahlung befinden, auch erfasst werden.
Eine Mode S- fähige Bodenstation hat sehr viel mehr Abfragemöglichkeiten, die grob in zwei Typen klassifiziert werden:
- „All-call interrogations”
- „Roll-call interrogations”
„All-call interrogations” erwarten von allen Flugzeugen im Auffassungsbereich eine Antwort. (Doch unter bestimmten Bedingungen kann der Mode S Transponder diese Antworten sperren.)
„Roll-call interrogations” sind individuell (selektiv) adressierte Abfragen, auf die nur der angesprochene Mode S Transponder reagiert.
Das erste Problem für das Mode S System ist also, die individuelle Adresse der Flugzeuge herauszufinden, die sich in seinem Auffassungsbereich befinden, um diese dann individuell anzusprechen. Das kann mit den „All-call interrogations” geschehen, die periodisch vom Sekundärradar ausgesendet werden.
| pulse width of P4 | Mode S inter mode | |
| 0,8 µs | no replay | Wenn ein kurzer P4-Impuls durch das Radar gesendet wird, dann antwortet ein Mode S Transponder nicht. |
| 1,6 µs | all-call reply | Ein langer P4-Impuls wird gesendet, um eine „All-call interrogation” auszulösen. Dieser Modus wird aber erwartungsgemäß selten verwendet, da es andere Möglichkeiten gibt, den Individualcode zu erfassen und eine gezielte Mode S Abfrage auszulösen. |
| kein P4 | Mode A reply | Diese Abfrage wird abwärtskompatibel für nicht Mode S-fähige Transponder gesendet. |
| kein P4 aber großer P2 |
Mode S reply | Das Radar sendet einen P2-Impuls mit gleicher Amplitude wie der P1-Impuls. Das aktiviert Mode S Transponder zu dem Empfang des P6-Impulses mit dem Datenblock. Für nicht Mode S-fähige Transponder erscheint diese Abfrage wie als aus einer Nebenkeule und wird deswegen durch die erfüllte ISLS- Bedingung nicht beantwortet. |
Tabelle 1: Mode S Abfragemöglichkeiten


