www.radartutorial.eu Grundlagen der Radartechnik

Raster Scan Monitor

Zeilen
Zeilenrücklauf
Bildrücklauf

Bild 1: Prinzip des Bildaufbaus auf einem Rasterscan-Monitor

Raster Scan Monitor

Alle Informationen erhält man bei der Darstellung auf einem Raster Scan Monitor. Die Polarkoordinaten der Zielzeichen werden in Bildzeilen und Bildpunkte umgerechnet und wie bei einem Computer- oder Fernsehbildschirm dargestellt.

Funktionsweise

Die gesamte Bildschirmfläche wird in ein System aus Zeilen von Punkten eingeteilt. Bei den früheren Kathodenstrahlröhren musste der Elektronenstrahl alle diese Punkte nacheinander überstreichen. Die Größe der Bildpunkte war bei einer Kathodenstrahlröhre abhängig von der Videobandbreite. Beim Bildaufbau musste ein Zeilenrücklauf und ein Bildrücklauf organisiert werden.

Während dieser Rückläufe wurde der Elektronenstrahl dunkelgetastet (Rücklaufverdunklung). Die Qualität der Darstellung hängt von der Auflösung des Bildschirmes (Anzahl der möglichen Pixel) und der möglichen Farbtiefe für jedes Pixel ab (Informationsbreite) Neuere Halbleiterbildschirme verwenden aus zeitlichen Gründen ein ähnliches System. Eine Organisation von Zeilen- oder Bildrücklauf ist hier jedoch nicht notwendig da ein wahlfreier Zugriff auf den Bildwiederholspeicher möglich ist.

Anwendung als Radarbildschirm

Rasterscanmonitore für Radargeräte haben eine möglichst große Auflösung. Sie werden meist ebenfalls zur Anzeige wichtiger Radar-Parameter und zur Bedienung des Radargerätes eingesetzt. Mit einem Cursor kann ein Zielzeichen markiert werden, dann werden Zusatzinformationen dargestellt. Eine ständige Darstellung der Zusatzinformation kann auch gewählt werden, jedoch wird das auf die Dauer zu unübersichtlich.

Bei einem in der Flugsicherung eingesetzten Radar kann die Symbolik aussehen wie im Bild 4 in der Bildergalerie dargestellt. Hierbei ist das Quadrat das Symbol für die Position eines Flugzeuges, welches nur mit dem Primärradar geführt wird. Ist das Quadrat mit einem Kreuz ausgefüllt, so markiert das ein Ziel welches sowohl mit dem Primär- als auch mit dem Sekundärradar geführt wird. Die Punkte sind die Standorte des Flugzeuges in den vergangenen Umdrehungen, symbolisieren somit Kurs und Geschwindigkeit. Die obere Zeichenkette ist die Identifikation des Flugzeuges, die untere Zeichenkette gibt die Höhe entweder als Flightlevel, oder in geringen Höhen als barometrische Altitude.

Neben der Darstellung von Symbolen und alphanumerischen Zeichen besteht auch die Möglichkeit, analog zum PPI-scope eine Form der Darstellung des Rohvideos zu wählen. Das ist dann je nach Display eine flächenhafte Falschfarben- oder Graustufenanzeige, die eine Helligkeitsmodulation simuliert. Diese Form der Darstellung wird Skin Paint Mode genannt.

Neben der Möglichkeit der Darstellung von sehr vielen Informationen hat der Raster Scan Monitor einen entscheidenden Vorteil: Seine Darstellung ist auch bei Tageslicht ohne Einschränkungen erkennbar, während helligkeitsmodulierte Darstellungen auf einem PPI-scope nur bei einer abgedunkelten Umgebung erkennbar sind. Der Anflugkontrollraum eines Flugplatzes muss also nicht mehr eine dunkle Höhle sein, es kann nun ein normaler freundlich heller Büroraum zu einem Anflugkontrollraum ausgestattet werden.

Bildergalerie
Picture gallery
Galerie
Resimleri

Bild 2: Raster-Scan-Scopes mit dem Luftraum Paris

Bild 3: typisches Monitorbild für die Flugsicherung

Bild 4: stark vergrößerte Anzeige (Ausschnitt) auf einem Monitor eines Flugsicherungsradargerätes

Ein Computermonitor als Radarscope

Bild 5: Prinzipielle Darstellung eines Radarscopes mit zusätzlichem Anzeige- und Bedienfeld

Bild 6: Beispiel eines Rasterscanmonitors in der Luftverteidigung