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„Skin Paint Mode”

Bild 1: Wetter- Darstellung in „Skin Paint Mode” und mit Symbol für entgegenkommendes Flugzeug.

„Skin Paint Mode”

Auf modernen Farbdisplays kann sowohl eine alpha-numerische Zieldarstellung mit diversen Informationen zum Zielzeichen dargestellt werden, als auch wie bei einem analogen Bildschirm eine Darstellung durch Verfärbung des Bildschirmhintergrundes. Diese Darstellung als eingefärbte Fläche wird dann „Skin Paint Mode” genannt. Zielzeichen, die einen bestimmten Schwellwert überschreiten, werden dagegen als monochromes Rechteck in einer separat regelbaren Schicht über dieser Fläche dargestellt.

Mit dieser Methode werden zum Beispiel die Informationen des bordeigenen Wetterradars dargestellt, die dann als Hintergrund für zusätzlich dargestellte Informationen des Sekundärradars, des ACAS oder TCAS dienen. Meist wird das „Skin Paint” auf mehrfach genutzten Displays verwendet um passiv reflektierende Zielzeichen wie Wetter- oder Bodenclutter flächenhaft darzustellen und wird deshalb oft fälschlicherweise mit „Radarinformationen des Primärradars” (PSR) gleichgesetzt, obwohl die Zielzeichen in dem überlagerten monochromen Layer ebenfalls aus der Radarsignalverarbeitung des PSR entstammen können. Die meisten modernen Bordradargeräte bieten zusätzlich zum Skin Paint Mode einen SAR-Mode zu einer kartenähnlichen Darstellung des überflogenen Gebietes an. Diese Darstellung kann mit digitalem Kartenmaterial kombiniert werden und bietet so eine zuverlässige Navigationsmöglichkeit.

Neben Wetterinformation können abhängig vom genutzten Radargerät auch andere Informationen dargestellt werden, zum Beispiel wenn das reflektierte Signal eines Zielzeichens von der Größe (RCS ≥ 30 m²) und von der spektralen Verteilung der Dopplerfrequenzen (Propellerflugzeug) vermuten lässt, dass es sich um ein Tankflugzeug handelt. Dieses Zielzeichen erhält dann zusätzlich zur Symboldarstellung noch einen eingefärbten Hintergrund.

Gegenüber einer Symboldarstellung kann der Skin Paint Mode eine höhere Genauigkeit bieten, was bei Formationsflügen oder bei der Luftbetankung von Vorteil ist. Dies resultiert daraus, dass bei einer automatischen Zielbegleitung statistische Fehler entstehen können und eine Verzögerung um mehrere Impulsperioden normal ist. Deshalb bieten Hersteller von luftgestützten Radargeräten meist eine zusätzlich wählbare Sektorsuche mit einer Anzeige in dem „Skin Paint Mode” an.

Radargeräte, die nicht über einen eigenen Plotextraktor verfügen und ihre Informationen ausschließlich als „Skin Paint” anzeigen können, werden im Pilotenjargon oft „Skin Paint Radar” genannt.