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Windkompensation

Windrichtung

Bild 1: PPI-Scope mit typischem Seaclutter

Windrichtung

Bild 1: PPI-Scope mit typischem Seaclutter

Die aus dem zweiten Weltkrieg bekannten Düppel (Chaff) sind ebenso wie Seaclutter (siehe nebenstehendes Bild) Festzielstörungen, die sich aber mit der Windgeschwindigkeit bewegen können. Durch normale MTI-Systeme, die auf dem Dopplerprinzip beruhen, können diese Störungen ab einer gewissen Windgeschwindigkeit nicht mehr unterdrückt werden.

Eine technische Lösung dieses Problems ist, einfach dem Kohärentoszillator des MTI- Systems eine zusätzliche Frequenz aufzumodulieren, die der Dopplerfrequenz der Geschwindigkeit des Windes entspricht. Somit werden die Ziele, die sich mit Windgeschwindigkeit bewegen, unterdrückt.

Solange diese Windgeschwindigkeit konstant ist (wie bei Waffenleitradar vorstellbar), ist das auch kein Problem. Aber schon wenn sich die Antenne dreht (wie es bei Luftraumaufklärungsradargeräten üblich ist), dann ändert sich auch die Radialgeschwindigkeit des Windes in Abhängigkeit vom aktuellen Seitenwinkel nach einer Sinusfunktion.

Schon sehr museale Radargeräte, wie die russische P-12 verfügten über eine durch einen Resolver erzeugte Sinus/Cosinus- Spannung, die als Abstimmspannung den Kohärentoszillator abhängig vom aktuellen Seitenwinkel der Antenne gemäß der Sinusfunktion eben mal mehr oder mal weniger in der Frequenz beeinflussten.

Bei der Anwendung dieses Verfahrens an Land erscheinen jetzt aber leider die Festziele als Störungen, da diese ja keine Windgeschwindigkeit aufweisen. Wird dieses Verfahren jedoch gegen Seaclutter angewendet, dann fällt dieser Nachteil nicht ins Gewicht, da Groundclutter auf hoher See doch recht selten sind. Jedoch auch an Land wurde dieser Nachteil gern in Kauf genommen, da anzunehmen war, dass sich genau in der Düppelwolke sehr wichtige Ziele verbergen wollten.