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Radialgeschwindigkeit

Bild 1: Geschwindigkeitsvektoren eines Flugzeuges im Bezug zur Radarstellung

Radialgeschwindigkeit: Ein Flugzeug fliegt auf geradem Kurs am Radar vorbei. Es beginnt also mit einem positiven Anteil an Radialgeschwindigkeit. An einem bestimmten Punkt fliegt das Flugzeug genau tangential zum Radar: die Radialgeschwindigkeit ist Null. Dann wird die Radialgeschwindigkeit negativ.

Bild 1: Geschwingigkeitsvektoren eines Flugzeuges im Bezug zur Radarstellung

Eine jede Bewegung mit einer gegebenen Geschwindigkeit hat eine Richtung: Es ist also eine sogenannte vektorielle Größe. Im Bezug zu einer Beobachtungsrichtung kann diese vektorielle Größe in zwei Komponenten zerlegt werden (die Schriftfarben entsprechen den Farben der Pfeile in dem Bild):

Die Diagonale des Rechtecks, welches durch die beiden Vektoren beschrieben wird, ist wieder die reale Geschwindigkeit des beobachteten Objektes. Die Länge des Vektors drückt den Betrag der Geschwindigkeit aus, die Richtung des Vektors stimmt mit der Bewegungsrichtung überein.

Die Radialgeschwindigkeit eines Flugzeuges zum Radargerät ist der Teil der Geschwindigkeit, der in Richtung auf das Radargerät oder von ihm weg wirkt.

Senkrecht dazu steht der Vektor der Tangentialgeschwindigkeit. Diese hat Auswirkung auf die Antennensteuerung eines Zielverfolgungsradars.

Wenn ein Flugzeug auf geradem Kurs an einem Radargerät vorbeifliegt, kommt es an einen Punkt, an dem die Radialgeschwindigkeit Null und die Tangentialgeschwindigkeit gleich der Momentangeschwindigkeit des Flugzeuges ist. Die Dopplerfrequenz tritt nur bei einer Radialgeschwindigkeit auf. Wenn die Radialgeschwindigkeit gleich Null ist, dann kann keine Geschwindigkeit gemessen werden, das Radar kann dieses Flugzeug nicht von einem Festziel unterscheiden.

Bei weiterem Geradeauskurs zeigt der Radialgeschwindigkeitsvektor von dem Radargerät weg: es ist eine negative Geschwindigkeit. (Hier entsteht auch eine negative Dopplerfrequenz - aber keine Panik: Sie ist genau so groß wie die positive Dopplerfrequenz. Sie hat, weil sie ja die Differenz zwischen dem empfangenen Signal und dem Sendesignal ist, nur eine um 180° gedrehte Phasenlage.)

Wenn ein Flugzeug also um das Radargerät im Kreis herumfliegt, ist die Radialgeschwindigkeit ständig Null, es entsteht keine Dopplerfrequenz und das Flugzeug wird vom MTI-Filter als Festzielstörung behandelt und nicht dargestellt.