Klystron
Klystrone sind Hochleistungsverstärker, die im GHz - Bereich arbeiten und sehr hohe Ausgangsleistungen erbringen können. Alle Klystrone arbeiten aber nach dem Prinzip der Laufzeitröhren, also mit einer Dichtemodulation von Elektronen auf Grund ihrer unterschiedlichen Ausbreitungsgeschwindigkeit.
Unter der Bezeichnung „Klystron” arbeiten mehrere Röhrentypen mit unterschiedlichen Wirkungsprinzipien:
Zweikammer- Klystron
Der Verstärkungseffekt eines Zweikammer - Klystrons beruht auf dem Prinzip der abwechselnden Beschleunigung und Verzögerung von Elektronen im Rhythmus des Eingangssignals. Aufgrund der unterschiedlichen Geschwindigkeit der Elektronen (Geschwindigkeitsmodulation) ergeben sich an bestimmten Orten in Ausbreitungsrichtung Anhäufungen von Elektronen (Dichtemodulation). Wird an diesem Punkt die Energie abgegriffen, so stellt man eine hohe Verstärkung gegenüber dem Eingangssignal fest.
Bild 1: Wirkungsweise eines Klystrons
Elektronen, von der Kathode ausgeschickt und über die Anode beschleunigt, setzen ihren Weg über den Laufraum zum Kollektor fort. Bei anliegendem HF - Eingangssignal werden die Elektronen im Wechsel der Eingangsspannung beschleunigt und verzögert. Im Ausgangsresonator entstehen Elektronenpakete, die sich im Rhythmus der Eingangsschwingung wiederholen.
Diese HF - Schwingung ist gegenüber dem Eingangssignal wesentlich verstärkt und wird über den schwingenden Hohlraumresonator ausgekoppelt. Der Kollektor nimmt die restliche Energie auf und wandelt sie in Wärme und Röntgenstrahlung um.
Die Verstärkung des Klystrons, seine Ausgangsleistung und seine Effizienz kann durch zusätzliche Hohlraumresonatoren entlang des Elektronenstrahls wesentlich erhöht werden. Zusätzliche Hohlraumresonatoren verstärken die Geschwindigkeitsmodulation der Elektronen und bewirken eine höhere entnehmbare Ausgangsleistung.
Reflexklystron
Bild 2: Hohlraumresonator des Reflexklystrons
Eine weitere Laufzeitröhre, die häufig als Hochfrequenzoszillator verwendet wird, ist das Reflexklystron. An Stelle der bei Mehrkammerklystrons verwendeten Kollektoren enthält das Reflexklystron eine negativ geladene Reflektorplatte. Der Elektronenstrahl wird durch einen in Eigenresonanz schwingenden Hohlraumresonator in bekannter Weise geschwindigkeitsmoduliert. Die für eine ungedämpfte Schwingung nötige Rückkopplung erfolgt, indem die durch die Geschwindigkeitsmodulation entstandenen Elektronenpakete durch die negative Reflektorplatte zum Hohlraumresonator zurückgeschickt werden und dort ihre Energie an den Hohlraumresonator wieder abgeben. Diese negativ vorgespannte Reflektorplatte wird in englischsprachigen Quellen „Repeller” genannt. Wegen der Reflexion des Elektronenstrahls wird diese Laufzeitröhre „Reflexklystron” genannt.
Bild 3: Schaltung mit Reflexklystron
Drei Spannungsquellen sind für den Betrieb des Reflexklystrons erforderlich:
- Heizspannung,
- positive Anodenspannung am Hohlraumresonator (oft Strahlspannung genannt) für die Beschleunigung des Elektronenstrahls und
- die negative Spannung am Reflektor die die Elektronenpakete zum Hohlraumresonator reflektiert.
Die Fokussierung der Elektronen zu einen scharf gebündelten Strahl geschieht ebenfalls durch das vom positiven Resonatorpotential im Inneren der Röhre erzeugte elektrostatische Feld.


