Radarsender Übersicht
Der Radarsender erzeugt einen kurzen, hochfrequenten Impuls mit hoher Leistung. Von einem Radarsender werden folgende technische Eigenschaften gefordert:
- Der Radarsender muss die erforderliche HF-Leistung mit der erforderlichen Impulsleistung zu erzeugen können.
- Der Radarsender muss eine entsprechende HF-Bandbreite aufweisen.
- Der Radarsender muss die HF-Leistung mit ausreichender Frequenzstabilität erzeugen, um die weitere Signalverarbeitung zu ermöglichen.
- Der Radarsender muss leicht modulierbar sein und die Anforderungen an die Impulsform zu erfüllen.
- Der Radarsender muss effizient, betriebssicher und leicht zu warten sein, soll eine hohe Lebenserwartung haben und nur wenige Kosten verursachen.
Kern des Radarsenders ist immer die Hochleistungsendstufe, deswegen werden in diesem Kapitel vorwiegend die verschiedenen Möglichkeiten der Leistungserzeugung behandelt:
Bild 1: Ein pseudokohärenter Sender aus der P-37
- Eine oft verwendete Senderbauart ist der selbstschwingende Oszillator wie beispielsweise ein
Magnetronsender, der durch einen Hochspannungsimpuls geschaltet wird. Dieser Hochspannungsimpuls
als Spannungsversorgung für den Sender wird durch einen Modulator bereitgestellt.
Dieses Sendesystem wird auch POT (Power-Oszillator-Transmitter)
genannt. Radargeräte mit einem POT sind entweder
nicht kohärent oder
pseudokohärent.
(Der Begriff
Kohärenz
hat wesentliche Bedeutung bei der Messung von Geschwindigkeiten im Doppler-Radar.)
- Ein weiteres System ist der PAT (Power-Amplifier-Transmitter). Bei
diesem Sendersystem wird in einem
Waveform- Generator
der Sendeimpuls mit kleiner Leistung erzeugt und nachfolgend mit einem Verstärker
(Amplitron,
Klystron,
Wanderfeldröhre oder einem
Solid-State-Amplifier)
auf die nötige Leistung gebracht. Radargeräte mit einem PAT sind in den meisten Fällen
vollkohärent.
- Ein Sonderfall des PAT ist die
aktive Antenne,
- bei der jedes Antennenelement oder
- bei der Gruppen von Antennenelementen
- Ein Sonderfall des PAT ist die
aktive Antenne,
Hier wird ein Sendeschrank aus dem historischen russischen Radargerät P-37 „Bar Lock” gezeigt. Das ist ein typischer (POT-) Sender mit einem Magnetron als Hochleistungsoszillator, der seine HF-Energie direkt in ein Hohlleitersystem speist. Dieses Magnetron mit seinen starken Permanentmagneten sehen Sie in der mittleren Ebene des Sendeschrankes. Rechts daneben befindet sich der Modulatorblock mit dem Thyratron. In der unteren Ebene befinden sich der Impulstransformator, die Laufzeitkette mit der Ladediode und der Hochspannungstransformator.
Solid-state Transmit/Receive Module sind attraktive Baugruppen für die Konstruktion von Radargeräten mit aktiven Phased Array Antennen. Trotzdem bleibt die Anwendung der Röhrentechnologie aktuell, vor allem, weil sie ein noch bedeutend höheres Leisdtungsspektrum als die Halbleitertechnik. bietet. Die folgende Tabelle vergleicht die derzeit in der Radartechnik verwendeten Senderbauarten:
| Technologie | obere Grenzfrequenz | Impuls-/ Durch-
schnittsleistung |
typische Verstärkung | typische Bandbreite | |
|---|---|---|---|---|---|
| POT | Magnetron | 95 GHz | 1 MW / 500 W )¹ | - | Fixed…10% |
| Impatt diode | 140 GHz | 30 W / 10 W )¹ | - | Fixed…5% | |
| Extended interaction oscillator (EIO) | 220 GHz | 1 kW / 10 W )² | - | 0.2% (elec.) 4% (mech.) | |
| PAT | Helix traveling wave tube (TWT) | 95 GHz | 4 kW / 200 W )¹ | 40…60dB | eine bis mehrere Oktaven |
| Ring-loop TWT | 18 GHz | 8 kW / 400 W )¹ | 40…60dB | 5…15% | |
| Coupled-cavity TWT | 95 GHz | 100 kW / 25 kW )¹ | 40…60dB | 5…15% | |
| Extended Interaction Klystron (EIK) | 280 GHz | 1 kW / 10 W )² | 40…50dB | 0.5…1% | |
| Klystron | 35 GHz | 50 kW / 5 kW )¹ | 30…60dB | 0.1…2% (inst.) 1…10% (mech.) | |
| Kreuzfeldverstärker (CFA) | 18 GHz | 500 kW / 1 kW )¹ | 10…20dB | 5…15% | |
| Silizium BJT Halbleiter | 5 GHz | 300 W / 30 W )³ | 5…10dB | 10…25% | |
| GaAs FET Halbleiter | 30 GHz | 15 W / 5 W )¹ | 5…10 dB | 5…20% | |
Tabelle 1: Sender Technologien für Pulsradargeräte
Quelle: Tracy V. Wallace, Georgia Tech Research Institute, Atlanta, Georgia.