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V-Beam

Bild 2: Das Antennendiagramm der oberen Antenne ist um 30° gedreht.

Bild 2: Das Antennendiagramm der oberen Antenne ist um 30° gedreht.

V-Beam

V-Beam ist eine Konstruktion von einem Radarantennenpaar, bei denen eine Antenne um etwa 30° gegenüber der horizontalen Ebene gedreht ist. Beide Antennen formieren ein Fächer- oder ein Cosecans²- Diagramm und werden durch Sende- Empfangsanlagen unterschiedlicher Frequenz gespeist, welches eine Vorraussetzung dafür ist, dass die Radardaten beider Antennen sauber getrennt werden können.

Beide Flugzeuge werden durch das von der horizontalen Antenne abgestrahlte Diagramm erfasst, welches Seitenwinkel und Schrägentfernung bestimmt. Das hochfliegendes Flugzeug wird aber durch das zweite, um 30° geschwenkte Antennendiagramm etwas später aufgefasst, als das tieffliegende Flugzeug. Beide Echos werden in unterschiedlicher Intensität (Helligkeit) auf einem PPI-Sichtgerät dargestellt. Jedes Ziel wird also durch zwei Zielzeichen auf dem PPI-Sichtgerät dargestellt. Das hellere Zielzeichen von der unteren Antenne ist die Position des Flugzeuges und der seitenwinkelmäßige Abstand des dunkleren Zielzeichens (Echo von der oberen Antenne) daneben ist das Maß für dessen Höhenwinkel.

Auf diese Weise wird auch auf einem PPI-Sichtgerät eine zusätzliche Höhenbestimmung ermöglicht. Diese Technologie wurde schon bei dem Russischen Radargerät P-20 „Periskop” (NATO designator: „TOKEN”) verwendet, welches im Jahre 1949 in die Bewaffnung der ehemaligen Sowjetarmee eingeführt wurde.

Mit Einführung der digitalen Zielverarbeitung und der Nachrüstung eines Plotextraktors erhielt diese Methode eine kurze Renaissance: durch automatische Korrelation beider Zielzeichen konnte die genaue Höhe als Datenwort angegeben werden. Somit wurde aus einem uralten Radar ein einfaches 3D-Radar.

Bildergalerie von V-beam- Antennen
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ein typisches V-beam Antennenpaar

Bild 2: ein typisches V-beam Antennenpaar, hier die russische 1L117M mit Plotextraktor

AN/CPS-6B

Bild 3: Das AN-CPS-6B nutzte ebenfalls die V-Beam-Konstellation

Anekdote am Rande

Bei einem Radargerätelehrgang RRP-117 im Jahre 1998 an der Technischen Schule der Luftwaffe 1 in Lechfeld (Nord) hat der Ausbilder im Fach „Radargrundlagen” (meinem Lieblingsfach!) während der Ausbildung eine Möglichkeit der Darstellung von Höhenwinkelinformationen auf einem einfachen PPI-Sichtgerät vehement bestritten. Im Unterricht haben wir (einige alte Radarsoldaten aus dem Osten) ihm die V-Beam-Methode erklärt und er hat nur gestaunt, über welche technischen Möglichkeiten alte russische Radargeräte schon verfügt haben.

Aber in der darauffolgenden Woche, bei einem Test, tauchte doch genau diese allgemeine Frage wieder auf, welche Radardaten durch ein PPI-Sichtgerät dargestellt werden können. Fast alle Lehrgangsteilnehmer haben nun aber auch den Höhenwinkel angekreuzt!

Bei der Auswertung wurden dafür Punkte abgezogen. Eine Korrektur oder Nichtbewertung dieser Frage ließ der Ausbilder nicht zu und begründete das damit, dass in dem Test das Wissen kontrolliert werden sollte, was er im Unterricht gelehrt hat. Was die Russen mal gebaut haben, war hier nicht gefragt!

Das war die Geburtsstunde meiner Entscheidung, einen virtuellen Lehrgang über die Radargrundlagen für das Internet zu entwickeln...