„Balanced Duplexer”
Sende- Empfangs- Umschalter, die mit λ/4- Leitungsabschnitten arbeiten, haben wegen genau dieser Frequenzabhängigkeit (λ/4) nur eine kleine Bandbreite. (Eigentlich nur eine einzige Arbeitsfrequenz!) Aus Gründen der Störsicherheit ist solche Begrenzung ungünstig.
Radargeräte, die mit mehreren, relativ weit auseinanderliegenden Frequenzen arbeiten, benötigen breitbandigere Systeme, etwa den 3 db/90° - Hohlleiterrichtkoppler. Dieser Sende- Empfangs- Umschalter arbeitet nach folgendem Prinzip:
Sender
Bild 1: Prinzip einer Sende- Empfangsweiche mit -3 dB/90° - Hohlleiterrichtkopplern
- Die Sendeenergie teilt sich im Schlitzkoppler auf;
- der Anteil, der den Schlitz passiert hat, erfährt eine Phasenverschiebung um 90°;
- beide Leistungsanteile bringen die TR-Röhre zum Zünden;
- an dieser durch Kurzschluss extremen Fehlanpassung wird die Sendeenergie reflektiert;
- wieder teilt sich die Energie im Schlitzkoppler auf;
- der Anteil, der den Schlitz passiert, erfährt eine nochmalige Phasenverschiebung um 90°;
- beide Anteile in Richtung Sender haben nun einen Phasenunterschied von 180° und heben sich nahezu auf;
- beide Anteile in Richtung Antenne sind gleichphasig und summieren sich wieder zur vollen Leistung.
Im Empfangsfall sind die Gasentladungsstrecken erloschen und die Empfangsenergie kann zum Empfänger geleitet werden. Nach dem Passieren der zwei Schlitzkoppler mit anschließender Summation wird die Empfangsenergie rein rechnerisch mindestens um den Anteil bedämpft, der im Abschlusswiderstand landet (0,5 ... 1,5 dB).