Monopulsantenne
Bild 1: Prinzip einer Monopulsantenne
Bild 1: Prinzip einer Monopulsantenne
Unter dem Begriff Monopuls-Antenne (oder Interferometer Antenne) werden Antennen zusammengefasst, die als Antennengruppe aufgebaut sind und die eine Besonderheit in der Speisung aufweisen: Die Einzelantennen werden nicht immer summenbildend zusammengeschaltet. Für verschiedenste Zwecke können durch einen Monopuls-Duplexer unterschiedliche Summen und Differenzen gebildet werden.
- Im Primärradargerät
RRP-117 werden
- im Sendemoment alle Antennen zusammengefasst
Bild 2: Schnitt durch eine Antennengruppe
einer Phased Array Antenne - in der Empfangszeit nur bestimmte Gruppen zusammengefasst, deren Summen oder Differenz eigene Verarbeitungskanäle speisen.
- im Sendemoment alle Antennen zusammengefasst
- Im Sekundärradargerät
IFF/SIF Siemens 1990 wird
- eine Impulsgruppe im Summenkanal gesendet und
- ein Impuls im Differenzkanal.
Diese beiden Beispiele zeigen: Eine Monopulsantenne ist wiederum keine eigenständige Antennenart.
Das IFF/SIF Siemens 1990 benutzt eine Antennengruppe aus
logarithmisch-periodischen Antennen
und das RRP-117 hat eine
Phased Array Antenne.
Monopulsverfahren
Bild 3: Interpolation des Azimutwertes aus vielen Impulsen
Bild 3: Interpolation des Azimutwertes aus vielen Impulsen (siehe
Trefferzahl)
Bei einer klassischen Radarantenne, die nicht für das Monopulsverfahren ausgelegt ist, erhalte ich auch dann Echos, wenn die Antenne noch nicht ganz genau in die Richtung des reflektierenden Objektes zeigt.
Da der Öffnungswinkel aller Antennen einen endlich kleinen Wert hat, erhält man mehrere Antwortimpulse, die, da die Antenne sich ja ständig weiterdreht, eigentlich jeder zu einem anderen Seitenwinkel zugeordnet werden können. Der wahre Seitenwinkel muss dann aus einer Anzahl von Antworten korrelliert werden. Bei älteren analogen Radargeräten geschieht das visuell durch den Operator am Bildschirm, bei weniger alten Radargeräten bei denen dieser Vorgang automatisiert abläuft, wird im Plotextraktor mit dem so genannten Sliding Window- Verfahren eine Art einfache Korrelation durchgeführt und aus den verschiedenen Seitenwinkelangaben ein Durchschnitt gebildet.
Ein Echo genügt!
In einer Monopulsantenne kann durch Vergleich von Summen- und verschiedenen Differenzkanälen eine Lokalisierung des reflektierenden Objektes innerhalb des Radarbeams erfolgen.
Durch eine gegenphasige Kopplung der linken zu den rechten Antennengruppen wird ein Differenzkanal (ΔAz) (sprich: „Delta Azimut”) gebildet. Der Azimut wird nun dadurch bestimmt, dass in diesem Winkel bei einem Maximum des Summenkanals der Differenzkanal ein Minimum haben muss. Da der Summenkanal (Σ) und der Differenzkanal aus nur einem Echo gebildet werden können, genügt (zumindest in störungsfreier Umgebung) ein Impuls zur genauen Berechnung der Koordinaten. (Deshalb erhielt diese Antennengruppierung auch den Namen Monopulsantenne.)
Das Verhältnis von Summenkanal zum Differenzkanal ist das Maß für die Abweichung der realen Richtung von der Mittelachse der Antenne (englisch: „Boresight”). Die Winkeldifferenz zwischen Mittelachse der Antenne und dem tatsächlichen Seitenwinkel des Targets wird „Off-Boresight Angle” (OBA) genannt.
Bei 3D- Radargeräten wird als dritte Koordinate auch noch der Höhenwinkel gemessen. Auch hier kann das Verfahren angewendet werden. Hier wird die Antenne in eine obere und eine untere Hälfte gruppiert. Der zweite Differenzkanal (ΔEl) heißt nun „Delta Elevation”.
II |
I |
III |
IV |
II |
I |
III |
IV |
Bild 5: Aufteilung der Antenne in vier Quadranten
Die Monopulsantenne ist nun also in vier Quadranten aufgeteilt:
Aus den Empfangssignalen dieser vier Quadranten werden folgende Signale gebildet:
- Summenkanal Σ ( I + II + III + IV )
- Differenzkanal ΔAz ( I + IV ) - ( II + III )
- Differenzkanal ΔEl ( I + II ) - ( III + IV )
Der Vollständigkeit halber soll auch noch der
- Auxiliary Channel Ω
genannt werden, obwohl dieser nicht an die Monopulsantenne gebunden ist. Dieser Kanal zur Kompensation von Nebenkeulen hat praktisch immer seine eigene kleine Antenne, die mit ihrem gewollt breiten Antennendiagramm auch zur Erkennung von aktiven Störungen dient.
Alle diese Signale benötigen einen eigenen Empfangsweg. Moderne 3D- Radargeräte haben also mindestens vier parallel arbeitende Empfangskanäle.



