Phased Array Antennen
Bild 1: links zwei gleichphasig gespeiste Antennenelemente, rechts zwei ungleichphasig gespeiste Antennenelemente
Eine Phased Array Antenne ist eine Gruppenantenne, deren einzelnen Strahler mit unterschiedlicher Phasenlage gespeist werden können. Im Resultat kann das gemeinsame Antennendiagramm elektronisch geschwenkt werden. Wichtig für das Prinzip dieser Antenne ist die Wirkung der Interferenz, das heißt, eine phasenabhängige Überlagerung von zwei oder (meist) mehreren Strahlern. Dabei ist zu beobachten, dass sich gleichphasige Signale (in der Grafik gleichfarbig) verstärken und gegenphasige Signale gegenseitig auslöschen. Wenn also zwei Strahler im gleichen Takt ein Signal aussenden, so wird eine Überlagerung erzielt - das Signal wird in der Hauptrichtung verstärkt und in den Nebenrichtungen abgeschwächt. Hier werden beide Strahler mit der gleichen Phase gespeist. Das Signal verstärkt sich in der Hauptrichtung.
In der zweiten Grafik wird das Signal vom unteren Strahler um 10° phasenverschoben (hier also früher) gesendet, als vom oberen Strahler. Deswegen wird die Hauptrichtung des gemeinsam abgestrahlten Signals nach oben verschoben.
(In der Graphik sind Strahler ohne Reflektor verwendet worden. Deswegen ist die Rückkeule des Antennendiagramms in dieser Darstellung genauso groß wie die Hauptkeule.)
Bild 2: Elektronische Schwenkung des Antennenstrahls,
links: Boresight, rechts: geschwenkt
Wenn nun das auszustrahlende Signal durch eine die Phase regelnde Baugruppe geleitet wird, kann also die Abstrahlrichtung elektronisch gesteuert werden. Das ist aber nicht unbegrenzt möglich, weil die Effektivität dieser Antennenanordnung in einer senkrecht zum Antennenfeld liegenden Hauptrichtung am größten ist, während bei einer extremen Schwenkung der Hauptrichtung die Anzahl und die Größe der unerwünschten Nebenkeulen steigt, während gleichzeitig die effektive Antennenfläche verkleinert wird. Mit dem Sinussatz kann die nötige Phasenverschiebung errechnet werden.
Es können beliebige Antennenkonstruktionen als Strahler in einem Antennenfeld verwendet werden. Für eine Phased Array Antenne ist entscheidend, dass die einzelnen Strahler mit einer geregelten Phasenverschiebung angesteuert werden und somit die Hauptrichtung der Abstrahlung verändert wird. Um eine Bündelung sowohl horizontal als auch vertikal zu erreichen, werden sehr viele Strahler in einem Antennenfeld verwendet. Die Antenne des RRP-117 besteht z.B. aus 1584 Einzelstrahlern, deren Empfangssignal noch auf analoge Weise zum Antennendiagramm der Antenne verknüpft werden. Moderne Multifunktionsradargeräte verwenden dagegen auf dem Empfangsweg die digitale Formung des Antennendiagramms.
| Vorteile | Nachteile |
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* Die Begrenzung des Abtastraumes kann mit einer dreidimensionalen Strahlerverteilung behoben werden. Diese Anordnung der Strahler erhielt den Namen Krähennest-Antenne.
Anordnungsmöglichkeiten
Bild 3: lineares Array
Lineare Arrays
Diese Phased Array Antennen bestehen aus Zeilen, die gemeinsam über einen Phasenschieber gesteuert werden. (Es wird also nur ein Phasenschieber pro Antennenzeile benötigt.) Eine Vielzahl senkrecht übereinander angeordneter linearer Arrays bilden eine ebene Antenne.
- Vorteil: einfache Anordnung
- Nachteil: Strahlschwenkung nur in einer Ebene möglich
- Beispiele:
- PAR-80 (horizontale Strahlschwenkung) und
- RRP-117 (vertikale Strahlschwenkung)
- Large Vertical Aperture (LVA) Antenne (fixe Strahlform)
Bild 4: planares Array
Planare Arrays
Diese Phased Array Antennen bestehen vollständig aus Einzelelementen mit jeweils einem Phasenschieber pro Element. (Jeder Einzelstrahler benötigt einen eigenen Phasenschieber!) Die Elemente werden wie in einer Matritze angeordnet, die ebene Anordnung aller Elemente bildet die gesamte Antenne.
- Vorteil: Strahlschwenkung in zwei Ebenen möglich
- Nachteil: komplizierte Anordnung und sehr viel mehr gesteuerte Phasenschieber
- Beispiel: AN-FPS-85 und Thomson Master-A
Bild 5: Frequency Scanning Array
Bild 5: Frequency Scanning Array
Frequenzabhängige Strahlschwenkung
Die frequenzabhängige Strahlschwenkung ist ein Sonderfall der Phased-Array-Antenne, bei welcher die Strahlschwenkung völlig ohne Phasenschieber durch die Sendefrequenz gesteuert wird. Die Strahlschwenkung ist eine Funktion der Frequenz. Diese Art Phased Array wurde in älteren Radargeräten oft verwendet.
Eine vertikale Antennengruppe wird seriell gespeist. Auf der Grundfrequenz F1 erhalten alle Strahler eine Leistung gleicher Phase durch konstruktiv gleiche Umwegleitungen, die eine Phasenverschiebung von n · 360° bewirken. Alle Strahler strahlen also mit gleicher Phase zur gleichen Zeit. Der resultierende Strahl befindet sich somit senkrecht zur Antennenebene.
Wenn die Sendefrequenz um wenige Prozent erhöht wird, stimmt aber die konstruktiv festgelegte Länge der Umwegleitungen nicht mehr. Die Umwegleitung ist nun etwas zu lang. Es tritt eine Phasenverschiebung von Strahler zu Strahler auf. Der erste Strahler strahlt diese wenigen Prozent eher als der nächste benachbarte Strahler u.s.w. Der resultierende Strahl F2 ist also um den Winkel Θs nach oben geschwenkt.
Diese Art der Strahlschwenkung ist zwar sehr einfach aufgebaut, ist aber auf wenige fest installierte Sendefrequenzen beschränkt. Neben der Störanfälligkeit sind auch noch mehr Einschränkungen hinzunehmen, z.B. kann dieses Radargerät keine Pulskompression verwenden.
Berechnung der Phasenverschiebung
Wie groß muss die Phasenverschiebung x= Δφ von Strahler zu Strahler sein, um einen bestimmten Abstrahlwinkel zu erreichen?
Es wird eine lineare Anordnung von isotropen Einzelstrahlern betrachtet.
Zwischen den Strahlern, zwischen dem jeweiligen Strahl des Abstrahlwinkels mit der aufgetragenen Phasenverschiebung lässt sich ein rechtwinkliges Dreieck zeichnen, dessen kürzere Seite auf dem Strahl liegt. Die Hypothenuse ist die Entfernung zwischen zwei Strahlern. Die dritte Seite ist eine Hilfslinie senkrecht zur Strahlrichtung des früher sendenden Strahlers.
Bild 6: grafische Herleitung der Phasenverschiebung
| x = d · sin Θs | (1) |
| 360° | = | λ | Δφ = Phasendifferenz zwischen zwei Strahlern d = Elementabstand Θs = Abstrahlwinkel |
(2) | |
| Δφ | x |
| Δφ = | 360° · d · sin Θs | (3) |
| λ |
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Beispiel: |
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| Aufgabe: |
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Wir beginnen mit der Bestimmung der Phasenverschiebung x von Strahler zu Strahler.
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Bei serieller Speisung wird ein Teil dieser Phasenverschiebung schon durch die Laufzeit in der Speiseleitung realisiert. In der Praxis existiert im Rechner für die Antennensteuerung (für jede Sendefrequenz extra) eine Tabelle mit den Phasenschieberdaten für jeden zu realisierenden Schwenkwinkel.





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