www.radartutorial.eu Grundlagen der Radartechnik

Geschichtlicher Überblick

Bild 1: Wandgemälde aus der Technischen Schule der Luftwaffe 1 in Kaufbeuren schön zeigend: auch damals stand die Verwaltung im Vordergrund!

Ein Wandgemälde zeigt als steinzeitliches Szenario ein Radargerät aus dem Jahre 1036 zur Ortung von Dinosauriern

Bild 1: Wandgemälde aus der Technischen Schule der Luftwaffe 1 in Kaufbeuren schön zeigend: auch damals stand die Verwaltung im Vordergrund!

Geschichtlicher Überblick

Die Entdeckung und Entwicklung der Radartechnik kann sich weder ein einzelner Staat noch eine einzelne Person für sich verbuchen. Man muss sie eher als eine Anhäufung vieler Entwicklungen und Verfeinerungen ansehen, an denen Wissenschaftler mehrerer Nationen parallel Anteil hatten. In der Vergangenheit gibt es dennoch einige Meilensteine, mit der Entdeckung bedeutender Grundkenntnisse und wichtige Erfindungen:

1865 Der schottische Physiker James Clerk Maxwell stellt seine elektromagnetische Lichttheorie auf (Beschreibung der elektromagnetischen Wellen und ihrer Ausbreitung)

1886 Der deutsche Physiker Heinrich Rudolf Hertz entdeckt die elektro-magnetischen Wellen und weist damit die Maxwell'sche Theorie nach.

1897 Der Italiener Guglielmo Marconi überbrückte als erster größere Entfernungen mit elektromagnetischen Wellen. Bei seinen ersten Versuchen verwendete er einen Draht an einer hölzernen Zeltstange. Aus dem italienischen Namen für Zeltstange l'antenna centrale leitet sich das Wort für Antenne ab. Er gilt heute als Pionier der drahtlosen Kommunikation.

1900 Nicola Tesla schlug vor, dass die Reflexion der elektromagnetischen Wellen zur Erfassung von beweglichen Objekten verwendet werden kann.

1904 Der deutsche Ingenieur Christian Hülsmeyer erfindet das „Telemobiloskop” zur Verkehrsüberwachung auf dem Wasser. Er misst die Winkel gesendeter elektromagnetischer Wellen von einem Metallgegenstand (Schiff) und zurück, eine Berechnung der Entfernung ist damit möglich. Dies ist der erste praktische Radarversuch, Hülsmeyer meldet seine Erfindung zum Patent an.

1921 Erfindung des Magnetrons als leistungsfähige Senderöhre durch Albert Wallace Hull

1922 Die beiden Elektroingenieure Albert. H. Taylor und Leo C. Young vom Naval Research Laboratory (USA) orten erstmals ein hölzernes Schiff.

1930 Lawrence A. Hyland, ebenfalls vom NRL (USA), ortet erstmals ein Luftfahrzeug.

1931 William A. S. Butement und P. E. Pollard stellten das erste britische Radarsystem auf einem Schiff vor. Als Sende- und Empfangsantennen wurden Parabolantennen mit Hornstrahlern eingesetzt. Obwohl über noch kurze Entfernungen gute Ergebnisse erzielt wurden, stellten sie die Arbeiten an diesem Projekt wegen fehlender staatlicher Unterstützung ein.

1933 Rudolph Kühnhold stellte ein auf der Grundlage des von ihm 1931 erfunden Sonars entwickeltes Funkmessgerät vor. Es arbeitet auf einer Wellenlänge von 48 cm und hatte eine Sendeleistung von über 40 Watt. Aus diesem Tests wurde das Freya-Radar entwickelt, welches ab 1938 in Serie produziert wurde.

1935 Erster praktischer Versuch für ein Frühwarnradar (Vorläufer der „Chain Home“) durch Robert A. Watson-Watt und Arnold F. Wilkins, welches Flugzeuge bis in eine Entfernung von 10 km orten konnte.

1936 Entwicklung des Klystrons durch die Entwicklungsingenieure der Firma General Electric George F. Metcalf und William C. Hahn, das als Verstärker oder Oszillator Verwendung findet.

1939 Zwei Physiker an der Universität von Birmingham in England, John Turton Randall und Henry Albert Howard Boot, entwickelten ein leichtes, aber leistungsfähiges Magnetron für ein Mikrowellenradar und bauten es in die B- 17 Bomber ein. Das brachte die Wende im U-Boot-Krieg.

1940 Unterschiedliche Radaranlagen werden in den USA, Russland, Deutschland, Frankreich und Japan entwickelt.

Angetrieben durch allgemeine Kriegsgeschehnisse und durch die Entwicklung der Luftwaffen zu bedeutenden Leistungsträgern, erfährt die Radartechnik während des 2. Weltkrieges einen starken Entwicklungsschub und wird während des „kalten Krieges” in großen Stückzahlen entlang der innerdeutschen Grenze eingesetzt.

Nach dem 2. Weltkrieg wird das Radarverfahren in damals sogenannter „Friedensverwendung” eingesetzt. Heute ist eine zivile Nutzung von Radaranwendungen zum Alltag geworden.