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Was ist der Unterschied zwischen Primär- und Sekundärradar?

Vergleich zwischen…

Primärradargerät (PSR) und

Das Primärradargerät hat eine wesentliche Eigenschaft: Es arbeitet mit passiven Echos. Die abgestrahlten hochfrequenten Sendeimpulse werden vom Ziel reflektiert und anschließend vom Radargerät wieder empfangen. Direkte Ursache des reflektierten Echos ist also der vom Radargerät ausgesandte Sendeimpuls.

Sekundärradargerät (SSR)

Sekundärradargeräte arbeiten nach einem anderen Prinzip: Sie arbeiten mit aktiven Antwortsignalen. Das Sekundärradargerät sendet zwar ebenfalls hochfrequente Sendeimpulse ab, die sogenannte Abfrage (Interrogation).
Diese wird jedoch nicht einfach reflektiert, sondern vom Ziel empfangen und mittels eines Antwortgerätes (Transponder) empfangen und verarbeitet. Dann wird, mit einer anderen Frequenz eine Antwort, das Antworttelegramm erzeugt und abgestrahlt.

Beide Systeme haben auf Grund der unterschiedlichen Prinzipien verschiedene Vor- und Nachteile. Gewinnt man mit dem Primärradar sichere Informationen über Richtung, Höhe und Entfernung der Ziele, so liefert das Sekundärradar noch zusätzliche Informationen, wie Kennung, Identifizierung und ebenfalls Höhe der Ziele.

Allerdings ist dazu, wie schon erwähnt, die Mitarbeit des Ziels (Transponder) notwendig. Andererseits kann gerade durch diese aktive Mitarbeit des Ziels eine drastische Reduzierung der Sendeleistung bei gleicher Entfernung erreicht werden, da bei Primärradar diese mit Hin- und Rückweg, bei Sekundärradar aber nur mit Hinweg in die Radargleichung eingeht.

Radarformel

Bild 1: Gemessene Empfängerempfindlichkeit eines Primärradar- (PSR) und eines Sekundärradar- (SSR) empfängers

Bild 1: Gemessene Empfängerempfindlichkeit eines Primärradar- (PSR) und eines Sekundärradar- (SSR) empfängers

Als Richtwert kann hier ein Faktor > 1000 angenommen werden. Daraus folgt ein erheblich einfacherer, kleinerer und billigerer Sender. Gleichzeitig kann der Empfänger unempfindlicher sein, da die Leistungen der aktiven Antworten höher ist als die der passiven Echos. Nachteilig wirkt sich dieser Umstand jedoch auf den Einfluss des Nebenkeulenempfangs aus, der durch geeignete Maßnahmen der Nebenkeulenunterdrückung kompensiert werden muss.

Durch die unterschiedlichen Sende- und Empfangsfrequenzen entstehen keine Störungen durch Clutter. Somit entfallen alle Maßnahmen zur Unterdrückung von Festzielen. Andererseits ist eine Frequenzänderung bei gestörter Frequenz unmöglich. Spezielle Störungen bei Sekundärradaranlagen machen zusätzliche Schaltungsmaßnahmen in den Geräten notwendig.