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Doppler-Radar

Oszillogramm von Signalen aus dem Kohärentkanal: Festziele sind am Ausgang des Phasendiskriminators Impulse mit konstanter Amplitude, bewegte Ziele ändern hier ihre Amplitude ständig zwischen einem negativen und positiven Maximum.
Festziel
„Läuschen“
Festziel

Bild 1: Bipolarer Impuls: das sogenannte „Läuschen“.

Was ist ein Doppler-Radar?

Doppler-Radar

Ein Doppler-Radar ist ganz allgemein ein Radar, welches beim Empfang des Echosignals den Doppler-Effekt nutzt. In modernen Radargeräten ist das immer und ausnahmslos der Fall, weshalb bei diesen Geräten auf dieses zusätzliche Attribut meist verzichtet wird. Wenn trotzdem die Bezeichnung „Impuls-Doppler-Radar“ verwendet wird, so ist das nur ein ausdrücklicher Hinweis darauf, dass es sich nicht um ein FMCW-Radar handelt.

Geschichte

In der Geschichte der Entwicklung der Radargeräte war das aber nicht immer der Fall. Die ersten Radargeräte, die eine Doppler-Frequenz zur Festzielunterdrückung nutzen konnten, waren die während des 2. Weltkrieges gebauten Würzburg-Riese, und hier speziell diejenigen Geräte, die mit dem Zusatzgerät „Würzlaus“ ausgestattet waren, um Störungen durch Düppel zu unterdrücken. Dieses Radar war damit das erste Doppler-Radar der Welt.

Die Doppler-Radargeräte der Nachkriegszeit verwendeten die Zwischenperiodenkompensation zur Unterdrückung von Festzielen. Bei der Abstimmung musste ein Kohärentoszillator exakt auf die Zwischenfrequenz des Empfängers abgestimmt werden (siehe Bild 1). Festziele erzeugten dabei eine stabile Impulsform, bewegte Ziele mit Dopplerfrequenz erzeugten einen bipolar wechselnden Impuls. In Anlehnung an den Tarnnamen „Würzlaus“ wurde dieser bipolare Impuls bei der Abstimmung noch bis spät in die 80er Jahre „Läuschen“ genannt.
 

Der Begriff Doppler-Radar wurde später mit leicht abgewandelter Bedeutung weiterverwendet:

Verwendung der Doppler-Frequenz

In modernen Radargeräten wird die Doppler-Frequenz für vielfältige Zwecke verwendet: