www.radartutorial.eu Grundlagen der Radartechnik

Unerwünschte Echosignale

Es gibt bei Radargeräten eine ganze Reihe von unerwünschten Echosignalen, zum Beispiel Echosignale von sogenannten „Engeln”. Hierunter versteht man durch ein Radargerät empfangene Echosignale, welche an Luftschichten verschiedener Temperatur, also verschiedener Dichte und somit verschiedenem Brechungsindex erzeugt werden.

Optisch vergleichbar ist dieses Phänomen mit dem Spiegeleffekt von mehreren Fensterglasscheiben, der an deren Grenzschichten zwischen dem optisch dichteren Medium (Glas) und dem optisch dünneren Medium, also der Luft zwischen den Glasscheiben, erkennbar ist.

Beim Radargerät ist das eine aufsteigende Luftströmung trockener Luft (also keine Wolke: die würde ja das Zustandekommen eines Echos anders erklären). In manchen englischsprachigen Publikationen wird dieser Effekt deshalb auch „Clear-Air-Echoes” oder „Bragg- scattering” genannt.

Diese trockene, meist sehr warme Luft bildet an einem Punkt Verwirbelungen mit einer Schicht kühlerer Luft mit scharfer Abgrenzung zwischen beiden Medien mit unterschiedlichem Brechungsindex. An diesen Verwirbelungen muss die elektromagnetische Welle mehrmals von dem dichteren Medium in dünneres Medium (und umgekehrt) wechseln. Ein kleiner Teil der Energie wird an dieser Stelle reflektiert und bildet ein eindeutiges Echosignal, das sogar eine Dopplerfrequenz haben kann.

Dieses Zielzeichen wird auf dem Radarschirm für Verwirrung sorgen: es ist keine Identifikation möglich und es gibt auch keine Antwort auf Anfragen, die auf internationalen Flugfunkfrequenzen gestellt werden. Das bedeutet: eine militärische Alarmrotte wird starten müssen, um festzustellen, was das für ein Objekt ist. Die Abfangjäger werden aber dort nichts finden, als schönes Wetter. Aus den ersten erbosten Kommentaren hat sich der Titel, dass dort wohl Engel durch das Radar geortet wurden, erhalten.