www.radartutorial.eu Grundlagen der Radartechnik

Beleuchtungszeit und Trefferzahl

Bild 1: Das Ziel wird von mehreren Impulsen getroffen

Bild 1: Das Ziel wird von mehreren Impulsen getroffen

Bild 1: Das Ziel wird von mehreren Impulsen getroffen

Beleuchtungszeit und Trefferzahl

Die Vorgänge in einem rundum suchenden Impulsradar sind zeitabhängig. Daraus ergeben sich spezielle Fachbegriffe, wie Beleuchtungszeit und Trefferzahl.

Beleuchtungszeit

Die Verweildauer eines Zieles im Antennenstrahl wird Beleuchtungszeit TD (D von engl.: „dwell time”) genannt. Die Beleuchtungszeit eines 2D-Rundsuchradars hängt überwiegend ab von

Die Formel zur Berechnung lautet:

TD = ΘAZ · 60 mit ΘAZ = horizontaler Öffnungswinkel der Antenne
n = Umdrehungszahl [U/min]
(1)

360° · n

Trefferzahl

Während dieser Beleuchtungszeit sendet das Impulsradar mehrere Sendeimpulse aus. Das Flugziel wird also von mehreren Impulsen „getroffen”. Die Trefferzahl m gibt an, wie viele Echosignale pro Ziel während jeder Antennenschwenkung (oder -drehung) erzeugt werden. So steht z. B. für ein Rundsuchradar die Trefferzahl für die Anzahl der Echos pro Antennendrehung. Maßgeblich für die Trefferzahl sind die Beleuchtungszeit TD und die Impulsfolgeperiode PRT.

m = TD = ΘAZ · 60 (2)


PRT 360° · n · PRT

Damit Radaranlagen die Zielinformationen mit ausreichender Genauigkeit auswerten können, sind Trefferzahlen von 1 bis 20 notwendig (abhängig vom Arbeitsprinzip der Radaranlage).

Bei analogen Sichtgeräten wird die Größe und Helligkeit des Zielzeichens auf dem Bildschirm auch dadurch bestimmt, wie viele Treffer das jeweilige Ziel erhalten hat. Eine Messung des genauen Seitenwinkels des Zieles wird hier noch in der Mitte des Leuchtfleckes auf dem Bildschirm definiert. (Die Entfernung wird dagegen an der Vorderkante dieses Leuchtflecks gemessen.)

Viele Radargeräte verwenden in der Radarsignalverarbeitung eine Pulsintegration um Zielzeichen von Rauschen und Störimpulsen zu unterscheiden. Bei zu geringer Trefferzahl kann dieses Zielzeichen durch die wegen der Störungen erhöhten Schwellwerte unterdrückt werden.

Bei einem digitalen Plotextraktor, der bei der Seitenwinkelbestimmung mit dem Verfahren Moving- oder Sliding Window arbeitet, muss ebenfalls eine vorgegebene Trefferzahl erreicht werden. Ein Radar mit einer Monopulsantenne benötigt nur einen Impuls für die genaue Seitenwinkelmessung. Allerdings benötigen auch Monopulsradare oft zwei, drei oder mehr Sendeimpulse für die Festzielunterdrückung.